Freitag, 6. Februar 2026

Böser, böser Wolf, ab 14. Februar im Handel

Abbildung: Tropen

Alexandra Benedict "Böser, böser Wolf", Tropen Verlag,
368 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3-608-50284-8    Die gefeierte Kriminalautorin Katie erwacht in einem abgeschlossenen Dachzimmer – entführt von einem maskierten Mann, der sich »der Wolf« nennt. Seine Forderung: Sie soll moderne Märchen schreiben, in denen Aschenputtel und Rotkäppchen sterben. Was Katie verfasst, setzt der Wolf in die Tat um. Weigert sie sich, wird sie selbst das Opfer seines tödlichen Spiels. Während Katie verzweifelt versucht, Hinweise für die Polizei in ihre Geschichten einzubauen, beginnt Detective Inspector Lyla Rondell mit den Ermittlungen. Auf diesen Fall hat sie seit fünfundzwanzig Jahren gewartet. Damals verschwand ihre beste Freundin spurlos, zurück blieb nur ein angebissener vergifteter Apfel. Die neuen Morde tragen dieselbe Handschrift: Eine junge Frau wird mit einem goldenen Schuh ermordet, ein Geschwisterpaar mit Lebkuchenkrümeln im Wald gefunden. Doch das ist nicht alles: Schon bald erkennt Lyla, dass sie selbst Teil eines viel größeren Plans ist.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein Roman, der schon einiges vom Leser abverlangt. Solche Ideen, wie sie die Autorin hatte, sind vom Prinzip her super, aber die Umsetzung in einer spannenden Schreibe könnte bei so manchem Thrillerfan nicht so gut ankommen. Am Ende werden wohl geteilte Meinungen zu diesem Buch stehen. Aber als literarischer Kriminalroman sollte man ihn zu schätzen wissen, auch wenn beim Lesen eine gewisse Gehirnakrobatik abverlangt wird. Die einen werden die Geschichte feiern und die anderen werden sie ablehnen. Also selbst lesen, um ein eigenes Urteil zu bilden. Über die Autorin: Alexandra Benedict studierte Englisch und Kreatives Schreiben in Cambridge und Sussex. Sie schreibt Drehbücher, Kurzgeschichten und Kriminalromane. Ihr Weihnachtskrimi Mord im Christmas Express (Tropen Verlag 2023) wurde ein Bestseller in Großbritannien und war auch hier ein großer Erfolg.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.klett-cotta.de/

Yayoi Kusama wird in Basel, Köln und Amsterdam ausgestellt

Foto: Lydia Tress

"Yayoi Kusama", Verlag Hatje Cantz,
Herausgegeben von: Leontine Coelewij, Stephan Diederich, Mouna Mekouar. 268 Seiten, 48,- EUR, ISBN 978-3-7757-6032-4    Yayoi Kusama ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst und hat durch ihre Auseinandersetzung mit sich wiederholenden Mustern und Strukturen Kultstatus erlangt. Berühmt sind ihre charakteristischen Polka Dots und Spiegelräume, die die Betrachter in scheinbar unendliche Welten eintauchen lassen. Dieses Katalogbuch, das Kusamas Retrospektive in Riehen/Basel, Köln und Amsterdam begleitet, zeigt das breite Spektrum an Medien, mit denen sich die Künstlerin im Laufe der Jahre beschäftigt hat: Malerei, Skulptur, Installation, Zeichnung, Collage, Happening, Live-Performance, Mode und Literatur. Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihrem Studio organisiert und bietet einen umfassenden Überblick über Kusamas mehr als sieben Jahrzehnte andauerndes Schaffen. Neben einigen ihrer ikonischen Werke zeigen Ausstellung und Katalog auch frühe Arbeiten, die noch nie in Europa zu sehen waren, sowie neue Produktionen.

Foto: Lydia Tress

Der gestanzte, bedruckte und auf der Innenseite mit Spiegelfolie versehene amerikanische Schutzumschlag ist auffaltbar und als Poster verwendbar. Eventuell auftretende Wellen und Bläschen auf der Folie sind der Effekt der aktiven Beschaffenheit des Materials, das auf seine Umwelt reagiert.

Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wenn man das Katalogbuch von Yayoi Kusama zur Hand nimmt, hat man bereits den Eindruck, ein Kunstwerk zu berühren. Der aufwendig gestaltete Umschlag überzeugt sofort. Alles in allem wurde das Kunstbuch von drei Direktoren auf den Weg gebracht. Denn diese werden in ihren Häusern das Schaffen der 1929 geborenen Künstlerin den Besuchern näherbringen. Sam Keller (Fondation Beyeler), Yilmaz Dziewior (Museum Ludwig) und Rein Wolfs (Stedelijk Museum) sind die Verantwortlichen. Yayoi Kusama setzte sich Zeit ihres Schaffens über alle Kunstgrenzen hinweg und machte ihr Ding. Ob Gemälde, Skulpturen, Happenings oder Performance – die Japanerin war neben internationalen Kolleginnen und Kollegen stets Wegbereiterin des Minimalismus sowie der Pop Art. (ht) Über die Künstlerin: Yayoi Kusama (*1929, Matsumoto) ist eine der bekanntesten japanischen Künstlerinnen und für ihre raumgreifenden Installationen, Polka Dots und Infinity Mirror Rooms bekannt. Seit über sieben Jahrzehnten arbeitet sie in den Bereichen Malerei, Skulptur, Performance und Literatur. Kusamas Kunst widmet sich Themen wie Wiederholung, Besessenheit und dem Unendlichen. Als Pionierin der zeitgenössischen Kunst hat sie weltweite Anerkennung erlangt und beeinflusst weiterhin Generationen von Künstlern. Kusama lebt und arbeitet in Tokio.

Ausstellungen:

Fondation Beyeler, Riehen/Basel 12.10.2025 - 25.01.2026
Museum Ludwig, Köln 14.03. - 02.08.2026
Stedelijk Museum, Amsterdam 11.09.2026 - 17.01.2027

Köllefornia's Internettipp:
https://www.hatjecantz.de/

Der Surrealismus

Foto: Lydia Tress

Andreas Puff-Trojan "Der Surrealismus - Kunst, Literatur, Leben.", Verlag C. H. Beck,
128 Seiten, 12,- EUR, ISBN 978-3-406-82276-6    Der Surrealismus zählt zu den wichtigsten und innovativsten Kunstrichtungen der Moderne. Obwohl heute vor allem mit bildenden Künstlern wie René Magritte, Salvador Dalí oder Max Ernst assoziiert, wirkte der Surrealismus genauso auch in der Literatur richtungsweisend. Im Zentrum steht eine radikale Sprache, die das Unbewusste und die freie Assoziation ins Spiel bringt, sich gegen herkömmliche Logik und Bourgeoisie auflehnt, die freie Liebe sowie die Magie des Alltags propagiert und die Phantasie beflügelt. Andreas Puff-Trojan bildet im vorliegenden Band souverän das ganze Spektrum ab – von Wort und Bild bis hin zu Film oder Fotografie.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wohl eine der Kunstrichtungen der Moderne, die eine Umkehrung des Begriffs Kunst für Folggenerationen revolutionierte. Der Surrealismus, sei es in der bildenden Kunst, aber auch in der Literatur, im Film und in der Fotografie, half Kreativen, neue Wege zu beschreiten. Aus Dada erwuchsen Fluxus, Pop Art bis hin zur Performance viele unterschiedliche Ausdrucksformen. Dieses kleine Büchlein beschreibt die Geschichte einer Kunstrichtung in leicht verständlicher Form. Es sollte daher in keiner kunsthistorischen Handbibliothek fehlen. (ht) Über den Autoren: Andreas Puff-Trojan wurde in Wien geboren, wo er ein Studium der Germanistik, Philosophie und Logistik absolvierte. Darauf folgten Universitätslektorate in Budapest und Paris. Er war Lehrbeauftragter und Dozent u. a. an der Universität Osnabrück und ist nun Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er jetzt lebt. Im Studienjahr 2010/11 war er Gastprofessor an der Kunstuniversität Linz / Abteilung Staging Knowledge. Er ist für das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel tätig, arbeitet als Kulturjournalist für die Tageszeitungen Münchner Merkur, Der Standard, Die Presse, Die Welt, Die Zeit und macht im Bayerischen Rundfunk wie für den SWR und ORF Rezensionen, Sendungen und ganze Reihen. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze in deutscher und französischer Sprache zu Literatur, Kunst und Philosophie.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.chbeck.de/

Stürmische Klippe

Abbildung: Lübbe

Sabine Weiß "Stürmische Klippe", Lübbe Verlag,
384 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-404-19642-5    Sylt im Herbst. In Rantum wird ein Anschlag auf eine ehemalige Ministerin verübt, die zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft zu ihrer Geburtstagsfeier geladen hat. Die Ministerin überlebt. Doch die Angelegenheit ist brisant, und die politischen Beratungen am Rande der Feier dürfen nicht gestört werden. Hilke Hasselbrecht, Chefin der Mordkommission, ist mit dem Opfer befreundet und ohnehin vor Ort. Die Nachforschungen kann sie allerdings unmöglich allein bewerkstelligen. So bittet sie Kriminaloberkommissarin Liv Lammers, sie zu unterstützen. Während ein heftiger Sturm aufzieht, mischen sich die Ermittlerinnen unter Politiker, Security und Personal. Bald ist klar, dass nur jemand aus dem inneren Kreis den Anschlag verübt haben kann. Wird er oder sie erneut versuchen, die Ministerin zu töten?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Der Autorin bereits 10. Fall kommt genauso authentisch herüber wie seine Vorgängerromane. Es bleibt spannend und unterhaltsam, auch durch einfließende politische Aktualitäten. Über die Autorin: Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. Seit 2007 veröffentlicht sie erfolgreich Historische Romane, seit 2016 zusätzlich Krimis um Kommissarin Liv Lammers und ihr Team. Mit deren Fall "Düsteres Watt" gelang ihr 2022 der lang verdiente Sprung auf die Bestsellerliste. Wenn Sabine Weiß nicht auf Recherchereise für ihre Bücher ist, lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn bei Hamburg.

Köllefornia's Internettipp:
https://bastei-luebbe.de/

Donnerstag, 5. Februar 2026

Frieden im Kopf

Köllefornia Herausgeber Horst Tress mit
dem Buch "Frieden im Kopf".
(Foto: Lydia Tress)

Rolf Glasmeier "Frieden im Kopf", Snoeck Verlag,
Katalog Kunstmuseum Gelsenkirchen, Hrsg. von Julia Höner, Texte (deutsch/englisch) von Michael Glasmeier, Julia Höner, Barbara Martin, Vanessa Joan Müller, 176 Seiten, 39,80 EUR, mit 150 farbigen und 80 s/w Abbildungen, Format 30,5 x 22 cm, Hardcover.     Rolf Glasmeier (1945–2003) war Künstler, Grafiker und Ausstellungsmacher, der seit den 1960er Jahren die Kunstszene des Ruhrgebiets prägte. Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung Ulm, entwickelte er einen international beachteten Stil zwischen geometrischer Abstraktion, seriellen Strukturen und Teilhabe: Seine interaktiven Plastiken laden zum Berühren und Verändern ein. In den 1970er Jahren wandte er sich neuen Materialien und Themen wie Massenkonsum und Recycling zu. Sein gesamtes Werk ist geprägt von humanistischem Denken und der Überzeugung, dass Kunst ein Raum sein kann, in dem Gesellschaft sich selbst befragt und verändert. Anlässlich seiner Retrospektive im Kunstmuseum Gelsenkirchen wird das multimediale Schaffen von Rolf Glasmeier – von Skulptur, Fotografie und Grafik bis hin zu Aktionen im öffentlichen Raum – in dieser reich bebilderten Publikation mit vielen historischen Fotos in seiner gesamten Entwicklung gewürdigt und in vertiefenden Essays umfassend beleuchtet.

Abbildung: Snoeck

Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein Kunstbuch, das den perfekten Einblick in die Kunstszene der 1970er Jahre ermöglicht. Rolf Glasmeier war einer von zahlreichen deutschen Künstlern, die neue Kunstwege einschlugen. Sie machten aufmerksam auf alltägliche Situationen und Dinge, die bis dato in der Kunst kaum Beachtung fanden. Es war die Avantgarde, die Fluxuskünstler, Popartisten und Pioniere der Videokunst, die frischen Wind in alle Kunsttempel geblasen haben. Eine Zeit, in der sich die ganze Gesellschaft in einem Umbruch befand und die jungen Menschen sich dem Mief der Nachkriegszeit abwandten. Neben Rolf Glasmeier gehörten Ferdinand Kriwet, Wolf Vostell, Joseph Beuys, Günther Uecker und Timm Ulrichs dazu. Ein wunderbares Katalogbuch, um diese Zeiten erneut Revue passieren zu lassen. (ht) Übrigens läuft noch bis zum 8. März 2026 die Ausstellung "Frieden im Kopf" im Kunstmuseum Gelsenkirchen.

Köllefornia's Internettipp:
https://snoeck.de/

Freitag, 30. Januar 2026

Vorfreude, bald erscheinen zwei neue Jazz CDs

Foto: Lydia Tress (Texte: Horst Tress)

Flosse "Lotterleben", VÖ: 13.03.2026, Label: Dynamite Platten, LC 86296    Das bereits zweite Album vom Quartett Flosse überzeugt mit einer interessanten Mischung aus Modern Jazz, Indie und Avantgarde. Experimentierfreudig, nicht so ernsthaft, kommen die Musiker daher und beglücken mit ihren Klängen vollends unsere verwöhnten Jazzohren. Wir wären gerne dabei gewesen, als sie die Namen für ihre Stücke ausgesucht hatten. Darunter Titel wie Vitamin B12, Hundelunge, Eisbärenparade und Hallenjojo. Diese CD macht insofern Mut, dass es wirklich noch junge kreative Musiker gibt, die die Geschichte des Jazz weiterspinnen. Gratulation!
Köllefornia's Internettipp: https://www.flosse-band.com/

Philipp Wisser "5th Dimension", VÖ: 13.03.2026, Label: JazzSick Records    Hinter dem Namen 5th Dimension verbirgt sich der Komponist und Gitarrist Philipp Wisser aus Düsseldorf. Gemeinsam mit seinen Kollegen hob er diesen Silberling aus der Taufe. Eine CD mit Improvisationen, poetischen Akkorden sowie modernen Elementen. Sie spielen klar, teils strukturiert und risikogeladen, ihre Art von Jazz. Eine Scheibe, die Freude macht, sich anzuhören. Jeder Titel steht für sich und hält neue Überraschungen bereit. Melodien weitab vom Mainstream. Bravo!
Köllefornia's Internettipp: https://www.philippwisser.de/

Das Camp

Abbildung: Piper

Linus Geschke "Das Camp", Piper Verlag,
416 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3-492-06862-8    Camp Donkerbloem war ein grausamer Ort mit einer grausamen Vergangenheit. Doch nun hat der tief in den Ardennen liegende Campingplatz in Wout Meertens einen neuen Besitzer und mit dem ehemaligen Boxer Tayfun einen neuen Verwalter gefunden. Während hier ein friedlicheres Kapitel zu beginnen scheint, treibt hunderte Kilometer entfernt ein verstörender Killer sein Unwesen. Als auch die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke in dessen Visier gerät, fällt ihr nur ein Ort ein, an dem sie niemand vermuten würde: Donkerbloem. Obwohl Wout, der mit der Polizei nichts zu tun haben will, vor Wut tobt, steht Tayfun Frieda zur Seite. Nicht ahnend, dass mit ihr das Böse in das Camp zurückkehrt.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Der zweite Band dieser Trilogie ist genauso spannend zu lesen, wie der erste. Dann wird das dritte und letzte Buch dieser Reihe den Lesern wohl die Schuhe ausziehen, denn es klirrt nur so von Spannung in einer düsteren Atmosphäre. Blendend erzählt und total mitfiebernd geschrieben übertrifft sich der Autor selbst. Über den Autoren: Linus Geschke lebt in Köln und hat für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen wie SPIEGEL Online oder die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, gearbeitet. Für seine Reisereportagen wurde er mit mehreren Journalistenpreisen ausgezeichnet. Mit seinem Thrillerdebüt gelangte Geschke aus dem Stand auf die Bestsellerliste, seine Jan-Römer-Serie wurde aufwendig verfilmt. Seine Thriller „Das Loft“, „Der Trailer“ und zuletzt „Das Camp“ standen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.piper.de/