Freitag, 10. Juli 2026

Neuerscheinungen bei Droemer Knaur im Juli

Abbildung: Knaur

Veit Etzold "Vollendung", Knaur Verlag,
368 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-426-56620-6    Berlin wird von einer bizarren Mordserie erschüttert; die Opfer sterben auf grausame und ritualisierte Weise. Es stellt sich heraus, dass sie alle eines gemeinsam haben: den unbedingten Wunsch zur Selbstoptimierung. Hauptkommissarin Clara Vidalis stößt im Darknet auf das Forum einer Sekte, deren Guru sich selbst »Vollender« nennt. Im Namen der Perfektion treiben seine Anhänger sich gegenseitig zu unmenschlichen Extremen an. Als Clara herausfindet, dass ihre psychisch labile Tochter sich der Sekte angeschlossen hat, ist sie bereit, alles zu riskieren – ihre Identität, ihre Moral und ihr eigenes Leben. Doch je näher sie dem »Vollender« kommt, desto stärker spürt sie die manipulative Macht seines Wahnsinns.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Dieses Buch ist genau die richtige Lektüre für hartgesottene Thriller-Leser. Wer das Buch zur Seite legt, hat schon vor dem Ende seine Nerven verloren. Also, Hochspannung von vorne bis hinten. Über den Autoren: Prof. Dr. Veit Etzold ist Autor von dreizehn SPIEGEL-Bestsellern. Sein erstes Buch schrieb er im Jahr 2008 mit Prof. Michael Tsokos, dem ehemaligen Chef der Berliner Rechtsmedizin, über spektakuläre Todesfälle in der Forensik. Bevor er zu schreiben anfing, war Etzold Banker, Strategieberater und Programmdirektor in der Management-Ausbildung. Heute arbeitet er als Thriller-Autor und Keynote Speaker. Passend zu seinen Thrillern ist er mit der Rechtsmedizinerin Saskia Etzold (geb. Guddat) verheiratet. Veit Etzold lebt mit seiner Frau in Berlin und Bremen.

Abbildung: Droemer

Val McDermid "Die Straße der Knochen", Droemer Verlag,
480 Seiten, 18,- EUR, ISBN 978-3-426-56566-7    Ein sintflutartiger Winterregen legt in den nebligen Weiten der schottischen Highlands ein Skelett frei, das alte Wunden aufreißt und hohe politische Brisanz birgt.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Etwas für Leser, die gerne in Details abtauchen und nicht nur einen Roman oberflächlich durchblättern. Hier sind Tiefe und eine bedrohliche Atmosphäre am Start. Dazu ein Fall, der messerscharfes Denken voraussetzt. Also ein Muss für den perfekten Thriller Konsumenten. Über die Autorin: Val McDermid ist eine internationale Nr. 1-Bestsellerautorin, deren Bücher in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden. Ihre mehrfach preisgekrönten Thrillerserien und Einzelromane wurden für Fernsehen und Rundfunk adaptiert.

Abbildung: Knaur

Greg F. Gifune und Sandy Deluca "Das Mädchen mit den leeren Augen", Knaur Verlag,
304 Seiten, 13,99 EUR, ISBN 978-3-426-56669-5    Als die junge Künstlerin Mina ein Stipendium erhält, ist es für sie die Möglichkeit, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Voller Hoffnung auf eine zweite Chance zieht sie in die mysteriöse Küstenstadt Crow´s Cry, um sich ganz und gar ihrem künstlerischen Schaffen zu widmen. Zunächst scheinen ihre hohen Erwartungen erfüllt zu werden – sie findet Zeit zum Malen, ihre Werke sollen einen besonderen Platz in einer Ausstellung erhalten und die Menschen der Künstlergemeinschaft nehmen sie freundlich auf. Doch häufen sich unerklärliche Ereignisse, und Mina fängt an, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Während sie zunehmend von der Außenwelt isoliert wird, macht einer ihrer Freunde eine erschreckende Entdeckung. Mina muss sich fragen: Sind die Beweggründe der Künstler gefährlicher, als sie erscheinen? Und welche unaussprechlichen Wahrheiten werden noch verborgen?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Hochspannung, Grusel und alles, was ein typischer Thriller benötigt. Zwischen den zwei Buchdeckeln wird niemand enttäuscht werden und das Buch kopfschüttelnd zuklappen. Ganz im Gegenteil: Wenn der Meister des Horrors Stephen King den Roman schon lobt, was soll man außer großer Schreibkunst noch erwarten? Über das Autorenteam: Greg F. Gifune ist ein international veröffentlichter Autor mehrerer gefeierter Romane, Novellen und zweier Kurzgeschichtensammlungen. Er arbeitet vorwiegend in den Genres Horror und Krimi. Seine Werke wurden bereits in mehrere Sprachen übersetzt sowie zwei seiner Kurzgeschichten als Kurzfilme umgesetzt.
Sandy DeLuca war mehrfach für den Bram Stoker Award nominiert. Neben ihren Romanen arbeitet Sandy an neuen Gedichten und einer Serie großformatiger expressionistischer Gemälde. Ihre Kunst wurde bereits in Büchern und Zeitschriften veröffentlicht. Sie lebt mit mehreren Katzen in Rhode Island.

Abbildung: Knaur

Natali Simmonds "Bevor sie ihn finden", Knaur Verlag,
416 Seiten, 18,- EUR, ISBN 978-3-426-56933-7    Sie berichten über ihn in den Morgennachrichten. Dass sie seine Leiche so früh finden würden, habe ich nicht erwartet. Die Leiche des Mannes, der die Welt meiner Tochter völlig eingenommen hat. Bis vor kurzem wusste ich nicht einmal, dass dieser Mann existiert. Früher war ich Leahs ganze Welt und sie war meine. Doch nun erzählt sie mir nichts mehr. Ich musste es allein herausfinden. Ihnen kommt an seinem Tod nichts verdächtig vor und Leah redet nicht mit mir darüber. Doch ich kenne sie zu gut, um es nicht zu erkennen. Ich bin die Einzige, die diese Dunkelheit in ihr sehen kann – dieses Verlangen nach Rache. Und ich weiß genau, woher sie es hat.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Eine geheimnisvolle Geschichte zwischen Mutter und Tochter. Und wenn man die letzten Zeilen des Romans liest, wird einem Überraschendes widerfahren. Über die Autorin: Natali Simmonds schreibt packende und schonungslose Geschichten voller komplexer Frauencharaktere und spannenden Wendungen (manchmal mit einem Hauch von Magie). Ihr düsterer, feministischer Thrillerdebütroman "Good Girls Die Last" wurde von STV für eine Fernsehserie optioniert. Wenn Natali nicht schreibt, ist sie Kolumnistin für das 'Inspire The Mind'-Magazin des King's College London und gibt Vorlesungen an der Raindance Film School. Ursprünglich aus London stammend, teilt Natali nun ihre Zeit zwischen Spanien, Großbritannien und den Niederlanden, wo man sie zeichnend, in ihrer Hängematte lesend oder über das Radfahren im Regen schimpfend antreffen kann.

Abbildung: Knaur

Karen Rose "Finstere Wasser", Knaur Verlag,
752 Seiten, 19,99 EUR, ISBN 978-3-426-21785-6    Zwar hat der brillante Anwalt Kaj Cardozo damit gerechnet, dass sein aktueller Fall für ungewollte Aufmerksamkeit sorgt: Es geht um sexuelle Nötigung – und um einen bekannten Star. Aber als sein 10-jähriger Sohn Elijah nur knapp einer Entführung entgeht, ist Kaj geschockt. Um Elijah zu beschützen, schaltet er die Privatdetektei Broussard Investigations ein. Die Ex-Marine-Soldatin Val Sorenson steht Elijah ab sofort als Leibwächterin zur Seite. Schon bald wachsen ihr sowohl ihr kleiner Schützling als auch dessen Vater ans Herz. Doch ein Netz aus Drogenkriminalität, Polizeikorruption und Auftragskillern, die es auf Elijah, Kaj und seine Mandantin abgesehen haben, bringt sie alle in tödliche Gefahr.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Gefühlsbetont und unter Dampf geraten Leser, wenn sie sich diesen Roman zu Gemüte führen? Wie gewohnt, bleibt kein Leser von Karen Rose enttäuscht zurück. Über die Autorin: Die internationale Bestsellerautorin Karen Rose war Highschool-Lehrerin für Chemie und Physik, bevor sie im Juli 2003 ihren Debütroman "Eiskalt ist die Zärtlichkeit" veröffentlichte (in Deutschland 2005 erschienen). Seitdem hat sie über dreißig Romane und drei Kurzromane geschrieben.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.droemer-knaur.de/

Donnerstag, 9. Juli 2026

Aktionskünstler Peter Gilles

Vor- und Rückseite des aktuellen Buches
von Hartmut Kraft.
(Foto: Lydia Tress)

Hartmut Kraft "Peter Gilles - Am Rande des Vulkans", Verlag Kettler,
263 Seiten, 38,- EUR, ISBN 978-3-98741-228-8    Peter Gilles, eine Künstlerpersönlichkeit, die bis an ihre Grenzen agierte. Der 1953 geborene und 2017 verstorbene Aktionskünstler war zu Lebzeiten ein umstrittener Mensch, da die einen ihn feierten und die anderen ignorierten. Besonders Kunstkritiker tendierten zur letzteren Gruppe.

Dieses von Hartmut Kraft herausgegebene Werkverzeichnis war längst überfällig und öffnet neben seinem Werdegang auch einen intimen Einblick in sein Leben. Ein Gespräch mit seiner Lebensgefährtin Birgit Kahle und Hartmut Kraft schärft den heutigen Blick auf sein Kunstschaffen enorm.

2005 erschien diese längst vergriffene Edition
von Peter Gilles im Magazin Köllefornia.
(Fotos: Lydia Tress)

Peter Gilles hatte zurzeit, als unser Magazin Köllefornia noch als Printausgabe mit Künstlerbeilagen erschien, 2005 eine signierte und unikatär überarbeitete Fotografie beigesteuert (siehe Abbildung). Das war übrigens die letzte Edition vor seinem Tod.

Hauptsächlich beschäftigte er sich mit Aktionskunst, zu der er auch die Herstellung seiner kleinen und großformatigen Werke zählt. Meistens verwendete er Schwarz, Weiß und Rot, wobei letztere Farbe auch durch Eigenblut ersetzt wurde. Bei der Blutabnahme unter ärztlicher Aufsicht kam es bei einigen Performance-Zuschauern schon mal zu Ohnmachtsanfällen.

Einige Einladungen zu Gilles-Ausstellungen.
Foto: Lydia Tress

Gilles gehörte ab Ende der 1970er Jahre in Köln neben Theo Lambertin, Jürgen Klauke, C. O. Päffgen und Charly Banana zu den Avantgardekünstlern. Unter der Obhut des Galeristen Ingo Kümmel wurde sein kunsthistorisches Wissen erweitert. Bei einem oder auch zwei Kölsch (Kölsch ist ein helles obergäriges Bier) mit schriftlichen Aufzeichnungen auf Bierdeckeln erweiterte sich sein Kunstbegriff.

Unter den Wenigen, die seine Kunstsprache verstanden, befanden sich auch das Sammlerehepaar Irene und Peter Ludwig, die ein Werk erwarben.

Schön, dass Hartmut Kraft dieses großartige Buch auf den Weg gebracht hat. Es ist vollgepackt mit Informationen und Abbildungen und sollte Ansporn für so manche Galerie und so manches Museum sein, seine Arbeiten noch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Werkverzeichnis erleichtert den Einstieg in sein Werk und bietet eine wahrhaftige Hilfestellung an. (Text: Horst Tress)

Über den Autor: Prof. Dr. Hartmut Kraft, geboren 1949 in Ratingen. Nach dem Medizinstudium Ausbildung zum Nervenarzt (Arzt für Neurologie und Psychiatrie), parallel hierzu Weiterbildung zum Psychoanalytiker, 1999 Ernennung zum Lehranalytiker (DPG, DGPPT). Von 1984 bis 2016 in eigener Praxis in Köln niedergelassen. Seit 2014 Honorarprofessor an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn im Fachbereich Bildungswissenschaften. Zahlreiche Buchpublikationen zu den Grenzgebieten zwischen Psychiatrie, Psychoanalyse, Kunst und Ethnologie wurden veröffentlicht.

Vom 11. Juli bis zum 31. Oktober 2026 findet im Kunstmuseum Villa Zanders, Konrad-Adenauer-Platz 8 in 51465 Bergisch Gladbach eine Kabinettausstellung "Am Rande des Vulkans: Blut als Material in der Kunst" statt. Dort stehen neben Joseph Beuys, Felix Droese, Jenny Holzer und Hermann Nitsch natürlich die Werke von Peter Gilles im Mittelpunkt. Im Rahmen dieser Ausstellung wird es auch möglich sein, dieses Buch käuflich zu erwerben.

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Samstag, 4. Juli 2026

Verborgene Wahrheiten

Abbildung: Piper

Anna-Maria Aurel "Verborgene Wahrheiten in Verdon", Piper Verlag,
364 Seiten, 18,- EUR, ISBN 978-3-492-50932-9       Capitaine Mathieu Dubois wird in den Verdon gerufen – ein Mord überschattet die idyllische Landschaft. Zwei deutsche Touristen haben auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht beobachtet, wie ein älterer Mann von einer vermummten Gestalt in die Tiefe gestoßen wurde. Kapuze, Sonnenbrille – keine Chance auf Identifizierung. Die örtliche Gendarmerie ist bereits am Limit: Eine brutale Motorradbande terrorisiert Urlauber am Sainte-Croix-See, belästigt junge Frauen, stiehlt, zerstört. Tief unter dem türkisfarbenen Wasser des Stausees ruhen die Ruinen eines versunkenen Dorfes – und vielleicht auch Geheimnisse, die längst hätten begraben bleiben sollen. Bevor Dubois den ersten Hinweisen nachgehen kann, geschieht der nächste Mord.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein toller Roman, der in der Provence spielt und damit eigentlich zur Urlaubslektüre für alle Frankreichfans mutiert. Über die Autorin: Anna-Maria Aurel wurde 1974 in Innsbruck geboren. Sie lebt schon seit dreißig Jahren in Frankreich. Ihr Übersetzerstudium absolvierte sie in Lyon und Paris, ihr Tourismusstudium in Avignon und Arles. Mehrere Jahre arbeitete sie im Tourismusmanagement und im Immobilienbereich. Anna-Maria Aurel lebt in Avignon, wo sie als Reiseleiterin, Autorin und Übersetzerin tätig ist.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.piper.de/

Neue CDs

Foto: Lydia Tress

WELTEN
Album: embrace
VÖ: 04.09.2026
Label: o-cetera


Es ist eine merkwürdige Magie, die die Musik der Band WELTEN umgibt. Musik wie jene titelgebende Umarmung, mal liebevoll, mal tröstlich, manchmal für einen kleinen Moment voller Euphorie. WELTEN ist eine Indie-Jazz-Band aus Leipzig an der Schnittstelle von Jazz, Ambient, Post-Rock, und Neo-Klassik. Das Besondere an ihrem Sound ist die bildhafte, fast filmische Klangsprache, eine Musik, die Bilder im Kopf entstehen lässt – zurückhaltend und eindringlich zugleich, komplex aber doch zugänglich. „embrace“ kommt zum zehnten Geburtstag dieser einzigartigen Band. Bis hierhin haben WELTEN vier Alben veröffentlicht – Live im Laden auf Zeit (2017), Ycatú (2018), Akureyri (2019) und Thaw (2022) – sowie über 80 Konzerten in Deutschland, Island, der Schweiz und Österreich gespielt. Besondere Höhepunkte waren Auftritte im Múlinn Jazz Club in der Harpa (Reykjavík) mit Óskar Guðjónsson (ADHD), Live-Performances bei Deutschlandfunk Kultur und Konzerte auf Festivals wie Fusion, Seanaps oder At.tension.

Neben den Gründungsmitgliedern Valentin Mühlberger (Wurlitzer, Moog, Gesang) Lukas Backs (Altflöte, Querflöte, Perkussion)und Laurenz Welten (Altsaxophon, Tenorsaxophon, Klarinette, Bassklarinette) wurde der Klang des neuen Albums durch zwei neue Musiker*innen geprägt. Teil von WELTEN ist seit einiger Zeit Anna-Lucia Rupp (u. a. Olicía, BODIES), eine vielseitige Multi-Instrumentalistin, die mit Synthesizer, Percussion und vor allem ihrer Stimme die Klangmöglichkeiten der Band erweitert. Zudem bringt der neue Schlagzeuger Raphael Schuster mit präpariertem Schlagzeug und erweiterten perkussiven Klangquellen neue Impulse in das rhythmische Konzept der Band. Altflöte, Saxophon und die präzise Stimme von Anna-Lucia Rupp sind auf „embrace“ oft gemeinsam in Sätzen arrangiert, was einen einzigartigen Sound hervorbringt. Die Klangflächen schafft Valentin Mühlberger aus Wurlitzer, Moog und Effekten. Seine Stimme und die von Anna-Lucia Rupp ergänzen zusätzliche Ebenen, ohne dabei den Song an sich zu reißen – ein kleiner Teil eines großen Ganzen. Die Rhythmen von Raphael Schuster reichen weit über das Schlagzeug hinaus, bis hin zu einer Sammlung antiker Rührschüsseln, die seinem Großvater, einem Konditor, gehörten und auf denen er in verschiedenen Größen sogar Melodien spielt. Lukas Backs spielt hauptsächlich Alt-Flöte – eine tiefere Version der Querflöte - und liebt das spontane Experimentieren mit Percussion-Instrumenten und Alltagsgegenständen, was auf vielen Songs des Albums zu hören ist. Auch wenn die Band den Nachnamen ihres gefühlvollen Saxophonisten und Klarinettisten Laurenz Welten trägt, ist dies eher Inspiration. Einen klassischen Bandleader gibt es nicht und alle Mitglieder steuern Kompositionen bei.

Die erste Single des Albums, „Skúli & Óskar“, ist eine Hommage an die beiden isländischen Musiker Skúli Sverrisson und Óskar Guðjónsson, deren Duo-Album „The Box Tree“ eines der Lieblingsalben der Band ist. Die Liebe ging so weit, dass Saxophonist Laurenz Welten einst für ein halbes Jahr in Island gelebt und bei Óskar Guðjónsson Unterricht genommen hat. Das Video dazu entstand im Herbst 2025 auf einer artist residency der Band in dem kleinen malerischen Ort Loshult (Schweden) in der historischen Dorfkirche des Ortes.

Stefan Michalke
Album: Michalke & Strings
VÖ: 04.09.2026
Label: JazzSick Records


Mit Michalke & Strings legt der Aachener Jazzpianist und Komponist Stefan Michalke ein Album vor, das seinen künstlerischen Weg konsequent weiterführt und zugleich neue Klangräume erschließt. Erstmals verbindet er in einem eigenen Projekt ein klassisches Streichquartett mit einem Jazzquartett und schafft damit eine außergewöhnliche musikalische Begegnung zwischen improvisierter Musik und der Klangästhetik klassischer Kammermusik. Seit vielen Jahren zählt Stefan Michalke zu den prägenden Stimmen des akustischen, kammermusikalisch geprägten Jazz in Deutschland. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in unterschiedlichen Besetzungen widmet er sich auf diesem Album intensiv den Möglichkeiten eines klassischen Streichquartetts und dessen Verbindung mit einer improvisierenden Jazzformation. Im Mittelpunkt stehen fein ausbalancierte Kompositionen, die von Transparenz, offenen Harmonien und einer bewusst zurückgenommenen Klangsprache geprägt sind. Improvisation und kompositorische Struktur begegnen sich dabei auf Augenhöhe und bilden das Fundament eines ebenso sensiblen wie ausdrucksstarken Ensemblesounds. Die musikalische Handschrift Michalkes wurde schon früh geprägt. Der in Köln geborene Pianist erhielt zunächst klassischen Klavierunterricht, bevor er sich zunehmend für Jazz begeisterte. Nach dem Studium des Jazzpianos am Conservatorium Maastricht entwickelte er sich zu einem vielseitigen Musiker, der als Bandleader, Komponist und Sideman zahlreiche Projekte realisierte. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Asien, Brasilien und die USA, unter anderem mehrfach an der Seite der New Yorker Jazzlegende Sheila Jordan. Zu seinen wichtigsten Einflüssen zählen Bill Evans, John Coltrane, Astor Piazzolla und Johann Sebastian Bach – Einflüsse, die sich auch in der stilistischen Offenheit und melodischen Tiefe seiner Musik widerspiegeln.

Für Michalke & Strings versammelt Stefan Michalke ein hochkarätig besetztes Ensemble: Frederik Köster an Trompete und Flügelhorn, David Andres am Kontrabass und Stefan Kremer am Schlagzeug bilden das Jazzquartett. Ergänzt wird es durch das Streichquartett mit Nina Leonards und Sebastian Reimann (Violinen), Uwe Böttcher (Viola) sowie Veit Steinmann (Cello). 

Das Ergebnis ist ein Album von großer klanglicher Feinheit, das die Grenzen zwischen Jazz und Kammermusik nicht verwischt, sondern bewusst auslotet – leise, differenziert und mit großer musikalischer Offenheit.

Yves Klein und Shunk-Kender

Abbildung: Schirmer/Mosel

Klaus Ottmann "Yves Klein - Shunk-Kender", Schirmer/Mosel Verlag,
40 Seiten, 24,80 EUR, ISBN 978-3-8296-1064-3      Yves Klein (1928 – 1962), französischer Avantgarde-Künstler der 1950er Jahre, Begründer der Monochromie in der Kunst und Erfinder des International Klein Blue, kämpfte sein ganzes Leben als Künstler und Judoka gegen die Schwerkraft und übte die Kunst des Fallens, ohne sich zu verletzen. Zusammen mit dem Photographenduo Shunk-Kender inszenierte er 1960 ein Bild, für das er den Titel Der Sprung in die Leere fand. Es zeigt Yves Klein beim Sprung vom Dach eines Pariser Vororthauses und erweckt den Eindruck, der Künstler könne fliegen. Das Photo wurde wegbereitend für viele Performancekünstler nach ihm. Im Sprung in die Leere verbinden sich von Seiten des Künstlers phantastisches Denken mit sportlicher Höchstleistung. Bei der Erzeugung der Bildillusion wiederum ist die Technik des photographischen Verfahrens wesentlich. So ist diese Photographie ein Kunst-Werk im genuinen Sinn des Wortes. Harry Shunk und Janós Kender waren maßgeblich an der Inszenierung beteiligt, so dass alle drei die Autorenschaft daran beanspruchen können.
Köllefornia informiert:    Yves Klein, geboren 1928 in Nizza, Judoka, Mitbegründer und führender Vertreter des Nouveau Réalisme in Frankreich, gilt er als Vorläufer der Pop Art und Konzeptkunst und als Vertreter der Leere und Monochromie in der Kunst. Zu seinem Markenzeichen wurde ein Blauton, den er sich 1960 als „International Klein Blue“ patentieren ließ. 1955 stellte er seine monochromen Bildkompositionen erstmals in Paris, Mailand, Düsseldorf und London aus, ab 1957 entwickelte er seine heiß diskutierten Anthropometrien, Abdrücke nackter, mit Farbe bemalter Körper auf Leinwand oder Papierbahnen. 1957-1959 gestaltet er das Foyer des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen mit wandhohen Reliefs im International Klein Blue. Seinen berühmten Sprung in die Leere vollführte er im November 1960. Am 6. Juni 1962 starb Yves Klein mit 34 Jahre an einem Herzinfarkt.
Der gebürtige Deutsche Harry Shunk (1924-2006) und der aus Ungarn stammende János Kender (1937-2009) arbeiteten von ca. 1958 bis 1973 als Fotografen-Duo im Bereich Gegenwartskunst zusammen – anfangs in Paris, später in New York. Unter dem Namen Shunk-Kender dokumentierten sie Kunstwerke, Aktionen, Portraits und Performances für Galeristen und etwa 400 Künstler, darunter neben Yves Klein auch Robert Rauschenberg, Merce Cunningham, Alexander Calder, Man Ray und Christo und Jeanne-Claude. 1973 lösten sie die Zusammenarbeit auf. Kender übergab die Rechte an dem gemeinsam erarbeiteten Material an Shunk, der noch weitere 30 Jahre als Fotograf tätig war. Nach dem Tod von Harry AShunk wurde das Shunk-Kender Archiv von der Roy Liechtenstein Foundation ersteigert und ist heute auf mehrere Museen in den USA verteilt. 
Klaus Ottmann, geboren 1954 in Nürnberg, Autor, Übersetzer und emeritierter Chefkurator der Phillips Collection in Washington, ist Verleger und Herausgeber von Spring Publications, einem New Yorker Verlag mit Schwerpunkt auf Psychologie, Mythologie, Künstlertexten und Religion. 2007 veröffentlichte er seine Übersetzung sämtlicher Schriften von Yves Klein aus dem Französischen ins Englische, Overcoming the Problematics of Art: The Writings of Yves Klein. 2016 wurde er ihm von der französischen Regierung der Orden „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres“ verliehen.

Köllefornia's Internettipp:
https://schirmer-mosel.com/deutsch/index.htm

Donnerstag, 25. Juni 2026

Mein Mann der Mörder

Abbildung: Lübbe

Charlotte Barnes "Mein Mann der Mörder", Lübbe Verlag,
320 Seiten, 14,- EUR, ISBN 978-3-404-19658-6    Serienmörder Edward sitzt seit 27 Jahren im Gefängnis - und ist nun bereit, auch jene Morde zu gestehen, die ihm nie nachgewiesen werden konnten. Aber er besteht darauf, nur mit seiner Ex-Frau Maggie zu sprechen. Nachdem diese endlich wieder ein halbwegs normales Leben führt, will sie jedoch mit Edward nichts mehr zu tun haben. Aber die Ermittler stehen unter Druck und überreden Maggie zu einem Treffen. Während ihrer Besuche redet Edward jedoch nur über ihre Ehe und ihre Söhne und lässt Maggie dabei mit mehr Fragen über die gemeinsame Vergangenheit zurück, als ihr lieb ist. Langsam dämmert ihr, dass Edwards letzte Enthüllung eine sein könnte, die sie lieber nie hören würde.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Auf diese Gedanken muss man als Schriftstellerin erst einmal kommen. Ganz schön um die Ecke gedacht, ohne dabei den Lesefluss zu ruinieren. Die Autorin versteht ihr Handwerk absolut. Über die Autorin: Charlotte Barnes ist Autorin und lebt in Worcester, Großbritannien. Sie liebt die ganze Bandbreite des Spannungsgenres und schreibt Geschichten, die vom klassischen Detektivroman bis hin zu psychologischen Thrillern reichen.

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https://bastei-luebbe.de/

Killer Trail - Dreh dich nicht um

Abbildung: Aufbau

Eliza Jabore "Killer Trail - Dreh dich nicht um", Aufbau Verlag, 285 Seiten, 15,- EUR, ISBN 978-3-7466-4304-5    Jade geht mit ihren besten Freundinnen Stef und Zoe wandern. Auf dem Bones Hollow Trail trieb früher ein Serienkiller sein Unwesen, aber der wurde längst gefasst – oder? Als Stef sich den Knöchel verletzt, bleibt den dreien nichts anderes übrig, als einen zwielichtigen Einsiedler um Hilfe zu bitten. Doch als die Situation außer Kontrolle gerät, ist der nicht das einzige Problem. Denn plötzlich sind sich die Freundinnen nicht mehr sicher, ob sie einander überhaupt trauen können.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Überzeugende, rasante Gruselgeschichte, die als Debüt eine glatte Eins verdient. Jetzt kann man gespannt auf einen Nachfolgeband hoffen. Über die Autorin: Eliza Jabore begann schon mit siebzehn, durch die Weltgeschichte zu reisen, womit sie ganze zehn Jahre verbrachte. Unterwegs hat sie ihren Mann getroffen, mit dem sie viele gemeinsame Abenteuer erlebt hat. Mittlerweile leben die beiden mit ihren zwei Kindern, zwei Katzen und einem Hund in Elizas Heimatstadt Iowa. "Killer Trail" ist ihr Debüt.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.aufbau-verlage.de/