Freitag, 13. Februar 2026

Sigmar Polke "Die Reise"

Abbildung: Scheidegger & Spiess

Katharina Schmidt "Sigmar Polke. Die Reise. 1980–1981", Scheidegger & Spiess,
68,- EUR, gebunden,
432 Seiten, 324 farbige und 50 s/w-Abbildungen, 24 x 32.5 cm, ISBN 978-3-03942-302-6     Aus der vitalen rheinischen Kunstszene brach Sigmar Polke (1941–2010) 1980 mit Britta Zoellner nach Südostasien auf. Eine geplante stille Arbeitszeit auf Bali wurde zu einer 13-monatigen Reise von Indonesien über Singapur nach Papua-Neuguinea, Australien, Tasmanien, Malaysia und Thailand. Fasziniert von den alten Hochkulturen, der Gamelan-Musik, dem Schattentheater, wandten sie sich vermehrt ethnischen Gesellschaften und deren Lebensformen zu, vor allem aber auch der Natur, der tropischen Fauna und Flora.

Dank Zoellners Kalendernotizen, Filmen und Fotos sowie anderer unveröffentlichter Quellen zeichnet die Kunsthistorikerin Katharina Schmidt erstmals diese kaum bekannte Reise chronologisch genau nach. Sie untersucht, wie die intensive Erfahrung anderer Kulturen und grandioser Landschaftsräume, auch das Entdecken kosmischer Ereignisse durch Meteoriten, den Künstler bewegte. Dabei schildert sie, wie der Nuancenreichtum der Farbeindrucke und die Fülle der Beobachtungen künftig Polkes Kunst, seinen Naturbegriff und seine Vorstellungen von Raum und Zeit prägten. Empathie für das Schicksal indigener Völker unter kolonialer Herrschaft und für eine durch Ausbeutung der Bodenschätze wie Uran oder Gold gefährdete Natur lässt erkennen, wie achtsam und weitblickend diese stille, konzentrierte Künstlerreise verlief.

Köllefornia informiert:     Über das Buch: Ja, heute sind wir alle, immer mit dem Smartphone bewaffnet, in der ganzen Welt unterwegs. Ob das schlechter oder besser als es früher war, ist und bleibt dahingestellt. Polke jedenfalls, hat es vor fast 50 Jahren geschafft, seine Reiseeindrücke in seinen Bildern festzuhalten. Mittels Fotografien, Filmen und seinen Aufzeichnungen brachte uns der Künstler seine Reise näher. Gepaart mit Ansichtskarten, Briefen und vielen Informationen anhand tagebuchähnlicher Einträge. Dank Katharina Schmidt wurde dieser lobenswerte Kunstband hervorragend ausgearbeitet. Alltägliche Situationen, Beschreibungen von Land, Leuten und Kulturen erklärt. Und, immer wieder die Frage im Hinterkopf, welche Deutschen vor ihm da waren und aus welchen Gründen. Ein interessanter Ansatz, der uns Lesern neue Sichtweisen und Erkenntnisse ermöglicht sowie die Kultur fremder Völker, die er und seine Begleiterin Britta Zoellner auf dieser über ein Jahr andauernden Reise aufgesogen haben, näherbringt. Diese Frau an seiner Seite sprach später von einer sehr nachdenklichen und stillen Reise.

Als sie wieder in Deutschland angekommen waren, wurde Sigmar Polke sofort kreativ und fing an zu malen. Nun hatte er einen ganz anderen Bezug zur Farbe gewonnen. Ihm fielen die vielen Begegnungen ein und er sinnierte darüber, wie die Farbe und deren Bedeutungen von anderen Menschen auf der Welt wahrgenommen werden. Fazit: Man kann festmachen, dass der Maler Sigmar Polke fortan anders als vor seiner Reise Werke schuf und sich erkenntnisreicher präsentierte. (ht)


Über die Autorin: Dr. Katharina Schmidt (* St. Goar am Rhein) studierte Theatergeschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie an den Universitäten München und Wien, wo sie 1968 promovierte. Von 1972 bis 1980 war sie Kuratorin an der Kunsthalle Düsseldorf. Zwischen 1981 und 1985 leitete Schmidt die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und von 1985–1992 das Kunstmuseums Bonn (verantwortlich für den Museumsneubau). 1990 wurde sie mit dem ART Cologne-Preis für Ausstellungen und wissenschaftliche Begleitung der Gegenwartskunst ausgezeichnet und 1994 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Schmidt war von 1992–2001 Direktorin der Öffentlichen Kunstsammlung Basel (Kunstmuseum und Museum für Gegenwartskunst mit Emanuel Hoffmann-Stiftung) und ist bis heute Mitglied in zahlreichen internationalen Fachgremien und kulturellen Stiftungen. Katharina Schmidt lebt in Zürich.

Auch Klapptafeln beherbergt das opulente Werk.
Foto: Lydia Tress
 
Über den Künstler: Sigmar Polke wurde am 13.2.1941 in Oels (Schlesien) geboren. Während des zweiten Weltkrieges floh die Familie nach Thüringen und ließ sich 1953 in Düsseldorf nieder. Hier absolvierte Sigmar Polke eine Glasmaler-Lehre und studierte anschließend von 1961–67 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz und Gerhard Hoehme. Schon zu Studienzeiten organisierte er zusammen mit seinen Kommilitonen Manfred Kuttner, Konrad Lueg und Gerhard Richter eine erste öffentliche Ausstellung unter dem Label Kapitalistischer Realismus. Erste Gruppen- und Einzelausstellungen in Galerien in Düsseldorf, Köln, Berlin, Hannover u.a. folgten, ebenso eine Professur an der HFBK, Hamburg (1970/71). Ein reger Austausch mit anderen Künstlern und Kulturschaffenden auf dem eigenen Gaspelshof in Willich und in der Schweiz sowie Reisen ins Ausland (Afghanistan/Pakistan, New York) und erste internationale Ausstellungen (Biennale São Paulo, 1975) prägten die 1970er Jahre. Eine erste retrospektive Ausstellung seines Werks wurde 1976 in Tübingen, Düsseldorf und Eindhoven gezeigt. 1978 zog Sigmar Polke nach Köln, wo er bis zu seinem Tod am 10.6.2010 lebte und arbeitete. Sigmar Polkes umfangreiches Werk umfasst Malerei, Arbeiten auf Papier, Fotografie, Film, Objekte und Grafik. Sein unkonventioneller und experimenteller Umgang mit unterschiedlichen Medien und Materialien sowie seine reichen Bildwelten machten ihn zu einem der einflussreichsten deutschen Nachkriegskünstler, dessen Werk junge Künstler bis heute inspiriert.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.scheidegger-spiess.ch/

Vier aktuelle Titel aus dem Ullstein Verlag

Abbildung: Ullstein

Jo Nesbø "Minnesota", Ullstein Verlag,
416 Seiten, 24,99 EUR, ISBN 978-3-550-20309-1    Minnesota, 2016: Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Frau verlässt ihn, Freunde ziehen sich zurück. Allein die knallharte Ermittlerarbeit lässt ihn seine Dämonen für einige Stunden vergessen: Oz jagt einen Mörder, der einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis führt. Und immer ist der ihm einen Schritt voraus, trickst Kameras aus, hinterlässt irreführende Spuren. Erst als bekannt wird, dass er einen Anschlag auf den Bürgermeister plant, kann Oz ihm eine Falle stellen. Doch wer stellt hier wem eine Falle?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Hier könnte man annehmen, dass der Autor ganz aktuelle Themen vorhersieht. Er schreibt wie gewohnt blutig, brutal und zynisch. Eine große Rolle dabei spielt das heutige Amerika. Nichts kommt ungeschoren davon, auch nicht die Politik. Über den Autoren: Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit. Sein Roman Der Schneemann wird von Martin Scorsese verfilmt. Jo Nesbø lebt in Oslo.

Abbildung: Ullstein

Saskia te Merveld "Blutwild", Ullstein Verlag,
304 Seiten, 14,99 EUR, ISBN 978-3-548-07315-6     Sechs Jahre sind vergangen, seit Anka ihrem sadistischen Entführer entkam. Gequält und gefoltert hat die Gefangenschaft Spuren bei ihr hinterlassen – sie quittierte ihren Dienst als Polizistin. Bis eine rätselhafte SMS mit GPS-Daten und dem Wort HILFE sie zurück in ihre Albträume reißt. In einer Hütte im Wald stößt Anka auf makabre »Kunstwerke«: menschliche Körperteile, fein säuberlich eingelegt in Formaldehyd, ausgestellt wie in einer Galerie. Es ist die Handschrift ihres einstigen Peinigers. Doch ist er wirklich zurück? Plötzlich spürt Anka etwas, das sie nie wieder fühlen wollte: Todesangst.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Oh, ihr erster Roman und direkt ein Treffer in die Leserseele. Da hat die Autorin aber ganz schön vorgelegt. Da wartet man gespannt auf Neues aus ihrer Feder. Über die Autorin: Saskia te Marveld wurde 1994 in Kleve am Niederrhein geboren. Sie ist Mitgründerin eines Softwareunternehmens und lebt mit ihrem Mann in Paderborn. Thriller und Kriminalromane sind ihre absolute Leidenschaft. "Blutwild" ist ihr Thrillerdebüt.

Abbildung: Ullstein

Stina Westerkamp "Sturmmeer", Ullstein Verlag,
336 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-86493-372-1    Ella schwebt im siebten Himmel. Seit Kurzen ist sie mit Jan zusammen, mit ihm kann sie sich sogar ein gemeinsames Leben vorstellen. Als er sie zu einem romantischen Ausflug auf einem Segelboot einlädt, ist sie sich sicher, dass ihre Beziehung nun das nächste Level erreichen wird. Ella bangt um sein Leben, während das Boot immer weiter aufs stürmische Meer hinaustreibt. Dann bekommt sie eine Drohnachricht. Offensichtlich wurde sie entführt. Aber warum? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn mit Jan sind auch Ellas lebenswichtige Medikamente über Bord gegangen. Wie soll sie sich retten mitten auf dem Ozean?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein Roman, der aber richtig unter die Haut geht. Man sollte niemandem und wenn man ihn auch sehr gut kennt, vertrauen, diese Story beweist es. Die Leser werden sich sofort in diesem Buch so vertiefen, dass sie alle Zeit um sich herum vergessen werden. Über die Autorin: Stina Westerkamp ist das Pseudonym einer erfolgreichen Thrillerautorin. Schon während ihres Psychologiestudiums hat sie die Frage fasziniert, wie ein Mensch zum Mörder werden kann. Bis heute beschäftigt sie sich aus beruflichen Gründen mit der Psyche von Tätern und Opfern. Stina Westerkamp lebt mit ihrer Familie im Rheinland.

Abbildung: Ullstein

Marisa Kashino "Tödliches Angebot", Ullstein Verlag,
336 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-86493-375-2    "Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss." Margo braucht für ihre Familie eine größere Wohnung, koste es, was es wolle. Nach monatelanger frustrierender Suche sieht sie den Inbegriff eines perfekten Lebens vor sich. Getrieben von ihrer Verzweiflung will Margo das Haus kaufen, bevor es überhaupt auf den Markt kommt. Ein bisschen Stalking? Harmlos. Etwas Hausfriedensbruch? Notwendig. Zunehmend skrupellos dringt Margo in das Leben der Hausbesitzer ein, sie umgarnt sie bis zur Erpressung. Bis sie auf Gegenwehr stößt. Die räumt sie so zielstrebig aus dem Weg wie die Geliebte ihres Mannes. Das Verstörende an der Geschichte? Sie werden Margo lieben, selbst wenn das Buch Sie fassungslos nach Luft schnappen lässt. Kann Margo ihr perfektes Leben in ihrem Traumhaus antreten? Natürlich nicht! Dieser Psychothrill kennt keine moralische Grenzen.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Was als eine harmlose Geschichte beginnt, nimmt mehr und mehr an Fahrt auf, bis man nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Über die Autorin: Marisa Kashino war 17 Jahre lang Journalistin, zuletzt bei der Washington Post. Den Großteil ihrer Karriere verbrachte sie beim Washingtonian Magazine, wo sie die Longform-Reportagen schrieb und die Berichterstattung über Immobilien und Wohndesign leitete. Sie wuchs in der Nähe von Seattle auf, heute lebt sie mit ihrem Mann, zwei Hunden und zwei Katzen im Großraum Washington, D.C.

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Montag, 9. Februar 2026

Neue spannende Romane bei Droemer Knaur

Abbildung: Knaur

Ursula Poznanski "Das Signal", Knaur Verlag,
400 Seiten, 24,- EUR, ISBN 978-3-426-56812-5    Viola ist gefangen. Nach einem Unfall ist sie ans Haus gefesselt und auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen. Doch dessen Fürsorge schlägt in Kontrolle um. Oder bildet sie sich das nur ein? Mit Hilfe modernster Technik beginnt Viola, ihren Mann zu überwachen – und stößt auf Ungereimtheiten, die sie in höchste Gefahr bringen.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Mit diesem Thriller holen sich die Leser das Grauen in ihre vier Wände. Absoluter Gänsehautfaktor durch ruhiges, detailreiches und doch subtiles Erzählen. Über die Autorin: Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache: Mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene ist sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden, ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflage von bereits fünf Millionen Exemplaren verholfen.

Abbildung: Knaur

Douglas Preston / Lincoln Child "Old Bones - Der Fluch der Wüste", Knaur Verlag,
400 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-426-65978-6    In New Mexikos Badlands, einer bizarr geformten Wüstenregion, wird das Skelett einer Frau gefunden. Offenbar ist sie nackt in die Wüste gelaufen und qualvoll verdurstet. Ihre Hände halten noch immer zwei seltene Artefakte fest: blitzende Steine, die von den alten Chaco-Völkern zur Götterbeschwörung verwendet wurden. Hat die Frau Selbstmord begangen – oder war sie eine Opfergabe? FBI-Agentin Corrie Swanson bittet die Archäologin Nora Kelly um Unterstützung bei dem Fall. Als eine weitere gemarterte Leiche entdeckt wird, deutet alles auf den Beginn einer makabren Serie hin. Die Ermittlungen führen Corrie und Nora in entlegene Canyons und zu Ruinen, von denen es heißt, sie seien verflucht. Dabei stoßen sie auf längst vergessene Rituale – und auf eine uralte, dunkle und bösartige Macht. Einmal aus ihrem Schlaf erweckt, verheißt sie nichts als Zerstörung.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Auch dieser Band schließt an seine Vorgängerromane mühelos an. Ein Lesespaß für alle Fans dieses Schreiberduos. Über die Autoren: Douglas Preston wurde 1956 in Cambridge, Massachusetts, geboren. Er studierte in Kalifornien zunächst Naturwissenschaften und später Englische Literatur. Nach dem Examen startete er seine Karriere beim American Museum of Natural History in New York. Eines Nachts, als Preston seinen Freund Lincoln Child auf eine mitternächtliche Führung durchs Museum einlud, entstand dort die Idee zu ihrem ersten gemeinsamen Thriller,
Lincoln Child wurde 1957 in Westport, Connecticut, geboren. Nach seinem Studium der Englischen Literatur arbeitete er zunächst als Verlagslektor und später für einige Zeit als Programmierer und Systemanalytiker.

Abbildung: Droemer

M. W. Craven "Die Witwe", Droemer Verlag,
512 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-426-28460-5    DS Washington Poe ist irritiert, als er wegen eines Mordes zu einem Hinterhof-Bordell in Carlisle gerufen wird: Normalerweise jagt er Serienmörder – hier scheint ein Streit mit einem Zuhälter eskaliert zu sein. Seltsam ist, dass eine kleine Keramikfigur in Gestalt einer Ratte fehlt und jemand aus dem Ermittlerteam der Dieb sein muss. Denn auf einem Foto der Spurensicherung ist die Figur eindeutig zu erkennen. Poes Teamkollegin, die geniale Analytikerin Tilly Bradshaw erinnert sich an einen ungeklärten und etliche Jahre zurückliegenden Banküberfall, bei dem nichts entwendet wurde, stattdessen aber eine Ratten-Keramikfigur vor dem Tresor zurückgelassen wurde. Warum? Und wer steckt hier dahinter? Als Poe und Tilly Bradshaw tiefer in die Ermittlungen eintauchen, wird der Fall immer verzwickter und plötzlich ist auch der MI5 mit von der Partie.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Man wird von der Seite 1 an förmlich in den Sog der Geschichte hineingezogen und kommt kaum noch davon los. Sehr flüssig geschrieben, mit Wendungen und tollen Einfällen. Über den Autoren: Der mehrfach preisgekrönte Sunday Times-Bestseller-Autor M. W. Craven wurde in Carlisle geboren, wuchs aber in Newcastle auf. Er trat als Jugendlicher in die britische Armee ein. Nach zehn Jahren beim Militär begann er Sozialpädagogik zu studieren. Bevor er sich schließlich höchst erfolgreich und in Vollzeit dem Schreiben von Krimis und Thrillern widmete, arbeitete er beinahe zwei Jahrzehnte lang als Bewährungshelfer. M. W. Cravens hochgelobte Serie um DS Washington Poe und die Fallanalytikerin Tilly Bradshaw wurde mit renommierten Krimipreisen ausgezeichnet.

Abbildung: Knaur

Daniel Holbe / Ben Tomasson "Todestal", Knaur Verlag,
416 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-426-52930-0    Ein kleines Dorf im Taunus gerät in den Fokus von Ermittlungen: Ein Journalist wurde in einem Steinbruch tot aufgefunden. Eine Kneipenprügelei mit Folgen? Oder hat er womöglich zu viele unbequeme Fragen gestellt? Auch im Fall um einen toten Anwalt aus Wiesbaden – gestorben bei der Mensur einer Studentenverbindung: ein Unfall oder steckt doch mehr dahinter? – tun sich Verbindungen ins Dorf auf. Bei ihren Nachforschungen stoßen Sabine Kaufmann und Ralph Angersbach auf ein wahres Wespennest aus alten Seilschaften, illegalen Geschäften und Geschichten, über die kollektives Stillschweigen herrscht. Mittendrin: die drei mächtigsten Familien des Dorfes – die Schwerdtfegers, die ihr Vermögen mit Sondermüllentsorgung gemacht haben; die Hegers, denen eine nahe Arzneimittelfabrik gehört; und die Witts, die ein Naturschutzprojekt vorantreiben wollen. Doch wer ist für die Todesfälle verantwortlich? Und was hat es mit dem Waldstück nahe des Dorfes auf sich, um das sich scheinbar alles dreht? Sabine Kaufmann und Ralph Angersbach müssen einmal mehr ihre Kräfte bündeln, um das Netz aus Lügen, niederen Absichten und falschen Spuren zu entwirren und die Täter zu stellen.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wie bereits alle bisher erschienen Romane aus dieser Serie überzeugt auch dieses Buch durch eine überzeugende sowie unterhaltsame Schreibe. Über die Autoren: Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie im oberhessischen Vogelsbergkreis. Insbesondere Krimis rund um Frankfurt und Hessen faszinierten den lesebegeisterten Daniel Holbe schon seit geraumer Zeit. So wurde er Andreas-Franz-Fan – und schließlich selbst Autor. Als er einen Krimi bei Droemer-Knaur anbot, war Daniel Holbe überrascht von der Reaktion des Verlags: Ob er sich auch vorstellen könne, ein Projekt von Andreas Franz zu übernehmen? Daraus entstand die "Todesmelodie", die zum Bestseller wurde.
Ben Tomasson, Jahrgang 1969, ist Germanist und Pädagoge und promovierter Diplom-Psychologe. Ehe er sich ganz dem Schreiben gewidmet hat, war er einige Jahre in der Bildungsforschung tätig. Tomassons Leidenschaften sind die Geschichten, die das Leben schreibt, die vielschichtigen Innenwelten der Menschen, Motorradfahren und Reisen zu jenen Orten, an denen Sonne und Meer sich treffen. Tomasson ist verheiratet und lebt in Kiel.

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Freitag, 6. Februar 2026

Ai Weiwei. Updated Edition

Abbildung: Taschen

"Ai Weiwei. Updated Edition", Taschen Verlag,
Hardcover, 25 x 33.4 cm, 4.29 kg, 736 Seiten, 100,- EUR, ISBN 978-3-7544-0427-0     Ai Weiwei ist für mehr als seine Kunst berühmt. Seine Aktionen für freie Meinungsäußerung und gegen autoritäre Willkür wirken weit über die Kunstwelt hinaus. Seine Arbeit ist von sozialem und politischem Engagement geprägt: Wenn er 1001 chinesische Bürger aller Klassen und Provinzen zur Documenta 12 bringt, wenn er 100 Millionen handgefertigte Sonnenblumenkerne aus Porzellan in der Turbinenhalle der Tate Modern ausstreut, wenn er mit einem Fries aus Schulranzen an die Kinder erinnert, die Opfer des Erdbebens in Sichuan wurden, oder weltweit Flüchtlingslager für seinen Film Human Flow besucht, um dem individuellen Schicksal im kollektiven Strom näher zu kommen. Wegen seiner unermüdlichen Kritik wurde Ai 2011 von der chinesischen Polizei 81 Tage lang festgehalten und sein Pass beschlagnahmt, den er trotz internationaler Proteste erst 2015 zurückbekam. Seit Ai sich wieder außerhalb Chinas bewegen kann, erst nach Berlin, dann nach Portugal, ist er zum wahrhaft globalen Künstler geworden, dessen Werk stets von seinem Aktivismus geprägt ist und umgekehrt.

Die umfassende Aktualisierung der Ai-Weiwei-Monografie vom Taschen Verlag legt den Fokus auf die jüngste Dekade von Kunst und Aktivismus eines der engagiertesten Künstler unserer Zeit. Nun-mehr 40 Jahre Kunstschaffen reichen vom New Yorker Exil in den 80er-Jahren über Skulpturen aus der Zeit seiner Rückkehr nach China, die auf traditionellen Handwerkstechniken beruhen, bis zu den jüngsten, in Europa konzipierten Werken: Mosaiken aus Spielzeugsteinen, Filme und Installationen für die Menschenrechte. Das vorliegende Buch ist dabei selbst ein historisches Dokument: Zunächst als die erste ausführliche Monografie zum Künstler konzipiert, als er noch in China festgehalten wurde, ist nun dasselbe Team wieder zusammengekommen, um die Geschichte fortzuschreiben. Zahlreiche Abbildungen aus dem Archiv des Künstlers zeigen den Atelieralltag, die Produktion der Werke, die politischen Aktionen. Sie werden von Ais exklusiv für diese Ausgabe gemachten Statements begleitet und von drei Essays über Werk und Leben: Der freie Kurator Roger M. Buergel und Kunsthistoriker Alfred Weidinger, die beide mit dem Künstler an großen Ausstellungen gearbeitet haben, beschreiben die Entwicklung des Werks und seiner Themen, während ein langjähriger Freund, der Sammler und Unternehmer Uli Sigg, ein persönliches Porträt des Künstlers aus zwei zeitlichen Perspektiven beiträgt.

Foto: Lydia Tress

Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ja, das ist ja einmal wieder ein eindrucksvolles Kunstbuch, mit dem uns der Taschen Verlag nicht zum ersten Mal überrascht. Viele überzeugende Titel hat das weltweit beachtete Verlagshaus bereits unter das kunstliebende Volk gebracht. Nun legt Taschen ein enorm schweres, großformatiges Werk vor, ediert von Hans Werner Holzwarth. Mit Texten von Roger M. Buergel, Uli Sigg sowie Alfred Weidinger. Letzterer bekannt durch seine Direktorenschaft im Leipziger Museum für bildende Kunst und seine hervorragende Arbeit als Kurator.

Man erinnert sich noch an die Schlagzeilen 2011, als Ai Weiwei nach seiner chinesischen Isolation in Berlin eintraf. Gefeiert und kritisiert wurde er hier ebenfalls, allerdings befand er sich nun in einem freien demokratischen Land. Ein vielseitiger Künstler, der seit weit über 40 Jahren Kunst schafft – und was für welche. Hier produzierte der Taschen Verlag ein prallvolles Werk, das alle Facetten dieses Ausnahmekünstlers ernsthaft beleuchtet. Seine politischen Aktivitäten werden ebenso dem Interessierten nahegebracht wie seine unbekannten Seiten. Ein Œuvre mit Bildern, Filmen, Skulpturen, Installationen, Aktionen etc. gibt dem Betrachter Einblicke in ein dichtes, tabuloses sowie eindrucksvolles Künstlerleben. Kunst und Politik können seit Beginn seines Schaffens nicht voneinander getrennt werden. Ein ewig Suchender nach der Wahrheit und sich selbst wird hier hervorragend in Szene gesetzt. (ht)


Über den Künstler: Ai Weiwei, geboren 1957 in Peking, ist bekannt für seine klaren künstlerischen Aussagen zu drängenden geopolitischen Fragen unserer Zeit. Von Skulpturen und Installationen über Architektur bis hin zu Dokumentationen und Social Media nutzt er eine Vielzahl von Medien, um die Gesellschaft und ihre Werte auf immer neue künstlerische Weise zu hinterfragen. Er ist Träger des von Amnesty International vergebenen Ambassador of Conscience Awards 2015 und des Václav-Havel-Preises für kreativen Dissens der Human Rights Foundation 2012. Ais abendfüllender Dokumentarfilm Human Flow feierte Premiere im Wettbewerb der 74. Filmfestspiele in Venedig. Derzeit lebt und arbeitet er in Cambridge, Berlin und Montemor-o-Novo, Portugal.

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Böser, böser Wolf, ab 14. Februar im Handel

Abbildung: Tropen

Alexandra Benedict "Böser, böser Wolf", Tropen Verlag,
368 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3-608-50284-8    Die gefeierte Kriminalautorin Katie erwacht in einem abgeschlossenen Dachzimmer – entführt von einem maskierten Mann, der sich »der Wolf« nennt. Seine Forderung: Sie soll moderne Märchen schreiben, in denen Aschenputtel und Rotkäppchen sterben. Was Katie verfasst, setzt der Wolf in die Tat um. Weigert sie sich, wird sie selbst das Opfer seines tödlichen Spiels. Während Katie verzweifelt versucht, Hinweise für die Polizei in ihre Geschichten einzubauen, beginnt Detective Inspector Lyla Rondell mit den Ermittlungen. Auf diesen Fall hat sie seit fünfundzwanzig Jahren gewartet. Damals verschwand ihre beste Freundin spurlos, zurück blieb nur ein angebissener vergifteter Apfel. Die neuen Morde tragen dieselbe Handschrift: Eine junge Frau wird mit einem goldenen Schuh ermordet, ein Geschwisterpaar mit Lebkuchenkrümeln im Wald gefunden. Doch das ist nicht alles: Schon bald erkennt Lyla, dass sie selbst Teil eines viel größeren Plans ist.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein Roman, der schon einiges vom Leser abverlangt. Solche Ideen, wie sie die Autorin hatte, sind vom Prinzip her super, aber die Umsetzung in einer spannenden Schreibe könnte bei so manchem Thrillerfan nicht so gut ankommen. Am Ende werden wohl geteilte Meinungen zu diesem Buch stehen. Aber als literarischer Kriminalroman sollte man ihn zu schätzen wissen, auch wenn beim Lesen eine gewisse Gehirnakrobatik abverlangt wird. Die einen werden die Geschichte feiern und die anderen werden sie ablehnen. Also selbst lesen, um ein eigenes Urteil zu bilden. Über die Autorin: Alexandra Benedict studierte Englisch und Kreatives Schreiben in Cambridge und Sussex. Sie schreibt Drehbücher, Kurzgeschichten und Kriminalromane. Ihr Weihnachtskrimi Mord im Christmas Express (Tropen Verlag 2023) wurde ein Bestseller in Großbritannien und war auch hier ein großer Erfolg.

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https://www.klett-cotta.de/

Yayoi Kusama wird in Basel, Köln und Amsterdam ausgestellt

Foto: Lydia Tress

"Yayoi Kusama", Verlag Hatje Cantz,
Herausgegeben von: Leontine Coelewij, Stephan Diederich, Mouna Mekouar. 268 Seiten, 48,- EUR, ISBN 978-3-7757-6032-4    Yayoi Kusama ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst und hat durch ihre Auseinandersetzung mit sich wiederholenden Mustern und Strukturen Kultstatus erlangt. Berühmt sind ihre charakteristischen Polka Dots und Spiegelräume, die die Betrachter in scheinbar unendliche Welten eintauchen lassen. Dieses Katalogbuch, das Kusamas Retrospektive in Riehen/Basel, Köln und Amsterdam begleitet, zeigt das breite Spektrum an Medien, mit denen sich die Künstlerin im Laufe der Jahre beschäftigt hat: Malerei, Skulptur, Installation, Zeichnung, Collage, Happening, Live-Performance, Mode und Literatur. Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihrem Studio organisiert und bietet einen umfassenden Überblick über Kusamas mehr als sieben Jahrzehnte andauerndes Schaffen. Neben einigen ihrer ikonischen Werke zeigen Ausstellung und Katalog auch frühe Arbeiten, die noch nie in Europa zu sehen waren, sowie neue Produktionen.

Foto: Lydia Tress

Der gestanzte, bedruckte und auf der Innenseite mit Spiegelfolie versehene amerikanische Schutzumschlag ist auffaltbar und als Poster verwendbar. Eventuell auftretende Wellen und Bläschen auf der Folie sind der Effekt der aktiven Beschaffenheit des Materials, das auf seine Umwelt reagiert.

Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wenn man das Katalogbuch von Yayoi Kusama zur Hand nimmt, hat man bereits den Eindruck, ein Kunstwerk zu berühren. Der aufwendig gestaltete Umschlag überzeugt sofort. Alles in allem wurde das Kunstbuch von drei Direktoren auf den Weg gebracht. Denn diese werden in ihren Häusern das Schaffen der 1929 geborenen Künstlerin den Besuchern näherbringen. Sam Keller (Fondation Beyeler), Yilmaz Dziewior (Museum Ludwig) und Rein Wolfs (Stedelijk Museum) sind die Verantwortlichen. Yayoi Kusama setzte sich Zeit ihres Schaffens über alle Kunstgrenzen hinweg und machte ihr Ding. Ob Gemälde, Skulpturen, Happenings oder Performance – die Japanerin war neben internationalen Kolleginnen und Kollegen stets Wegbereiterin des Minimalismus sowie der Pop Art. (ht) Über die Künstlerin: Yayoi Kusama (*1929, Matsumoto) ist eine der bekanntesten japanischen Künstlerinnen und für ihre raumgreifenden Installationen, Polka Dots und Infinity Mirror Rooms bekannt. Seit über sieben Jahrzehnten arbeitet sie in den Bereichen Malerei, Skulptur, Performance und Literatur. Kusamas Kunst widmet sich Themen wie Wiederholung, Besessenheit und dem Unendlichen. Als Pionierin der zeitgenössischen Kunst hat sie weltweite Anerkennung erlangt und beeinflusst weiterhin Generationen von Künstlern. Kusama lebt und arbeitet in Tokio.

Ausstellungen:

Fondation Beyeler, Riehen/Basel 12.10.2025 - 25.01.2026
Museum Ludwig, Köln 14.03. - 02.08.2026
Stedelijk Museum, Amsterdam 11.09.2026 - 17.01.2027

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https://www.hatjecantz.de/

Der Surrealismus

Foto: Lydia Tress

Andreas Puff-Trojan "Der Surrealismus - Kunst, Literatur, Leben.", Verlag C. H. Beck,
128 Seiten, 12,- EUR, ISBN 978-3-406-82276-6    Der Surrealismus zählt zu den wichtigsten und innovativsten Kunstrichtungen der Moderne. Obwohl heute vor allem mit bildenden Künstlern wie René Magritte, Salvador Dalí oder Max Ernst assoziiert, wirkte der Surrealismus genauso auch in der Literatur richtungsweisend. Im Zentrum steht eine radikale Sprache, die das Unbewusste und die freie Assoziation ins Spiel bringt, sich gegen herkömmliche Logik und Bourgeoisie auflehnt, die freie Liebe sowie die Magie des Alltags propagiert und die Phantasie beflügelt. Andreas Puff-Trojan bildet im vorliegenden Band souverän das ganze Spektrum ab – von Wort und Bild bis hin zu Film oder Fotografie.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wohl eine der Kunstrichtungen der Moderne, die eine Umkehrung des Begriffs Kunst für Folggenerationen revolutionierte. Der Surrealismus, sei es in der bildenden Kunst, aber auch in der Literatur, im Film und in der Fotografie, half Kreativen, neue Wege zu beschreiten. Aus Dada erwuchsen Fluxus, Pop Art bis hin zur Performance viele unterschiedliche Ausdrucksformen. Dieses kleine Büchlein beschreibt die Geschichte einer Kunstrichtung in leicht verständlicher Form. Es sollte daher in keiner kunsthistorischen Handbibliothek fehlen. (ht) Über den Autoren: Andreas Puff-Trojan wurde in Wien geboren, wo er ein Studium der Germanistik, Philosophie und Logistik absolvierte. Darauf folgten Universitätslektorate in Budapest und Paris. Er war Lehrbeauftragter und Dozent u. a. an der Universität Osnabrück und ist nun Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er jetzt lebt. Im Studienjahr 2010/11 war er Gastprofessor an der Kunstuniversität Linz / Abteilung Staging Knowledge. Er ist für das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel tätig, arbeitet als Kulturjournalist für die Tageszeitungen Münchner Merkur, Der Standard, Die Presse, Die Welt, Die Zeit und macht im Bayerischen Rundfunk wie für den SWR und ORF Rezensionen, Sendungen und ganze Reihen. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze in deutscher und französischer Sprache zu Literatur, Kunst und Philosophie.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.chbeck.de/