Dienstag, 13. November 2018

Die Totensucherin

Abbildung: Aufbau

Emily Littlejohn "Die Totensucherin", Aufbau Taschenbuch Verlag, 400 Seiten, 10,99 EUR, ISBN 978-3-7466-3462-3  
Gemma Monroe kehrt nach der Geburt ihrer Tochter in den Polizeidienst zurück, wo sie gleich an ihrem ersten Tag zu einem schaurigen Tatort gerufen wird: Vor einer Privatschule wurde der bekannte Autor Delaware Fuente erstochen, seine Leiche mitten in einem heftigen Schneesturm zur Schau gestellt. Bei dem Toten entdecken Gemma und ihr Kollege Finn eine beunruhigende Nachricht: "Das ist erst der Anfang." Von einem Studenten erhalten sie den Hinweis, dass ein Unbekannter die Schüler drangsaliert. Als einer der Lehrer verschwindet, ahnt Gemma, dass ihnen nicht viel Zeit bleibt, um den Mörder zu finden.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Da hat die Autorin aber eine taffe Heldin beschrieben. Sehr einfühlsam und fesselnd verfasste Krimiliteratur für die düsteren Abende. Zur Autorin: Emily Littlejohn wurde in Southern California geboren und wohnt nun in Colorado. Sie lebt dort mit ihrem Mann und ihrem betagten Hund.

Freitag, 9. November 2018

Musikalische Würze auf CD gepresst

Musik zwischen den Gewürzen: Oben links das Cover und unten die CD. Foto: L.T. 

Mögen Sie Kümmel? Dann mögen Sie eventuell auch den Silberling von Tobias Dellit. Warum? Weil seine soeben erschienene CD (Label: Supermusic LC00863) den Titel "Kümmel" trägt. Volle 28 Minuten mit einer Auswahl seines Könnens, sozusagen als Appetizer. Und da Kümmel ein Gewürz ist, das nicht alle Mitmenschen mögen, wird auch Dellits Scheibe bestimmt nicht von allen geliebt werden. Tobias Dellit ist eben ein musikalisches Talent, das es nicht nötig hat sich seinen Zuhörern anzubiedern. Er schreibt, komponiert, spielt und singt. Mal ernsthaft, mal voller Wortwitz und manchmal einfach nur so. Tobias aus Stuttgart, zählt zu den neuen Liedermachern mit Anlehnungen an Gisbert zu Knyphausen oder Funny van Dannen. Gut so, es wird wieder allerhöchste Zeit um anspruchsvolle Songs unter die Leute zu bringen. Übrigens: Eine Handvoll Kümmel ist sehr gesund, auch für unsere Ohren.

Mehr Informationen unter www.tobiasdellit.de und wer ihn buchen möchte klickt www.kulturbuero-sorglos.de/tobias-dellit

Darktown

Abbildung: Dumont

Thomas Mullen "Darktown", Dumont Verlag, 480 Seiten, 24,- EUR, ISBN 978-3-8321-8353-0    Atlanta, 1948: Auf Druck von oben sieht sich das Police Department gezwungen, die erste Einheit farbiger Polizisten in seiner Geschichte aufzustellen. Acht Männer, die in "Darktown", dem streng abgegrenzten Viertel der farbigen Einwohner, für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die Situation ist alles andere als einfach: Ihre weißen Kollegen begegnen den Beamten mit tiefer Feindseligkeit. Sie dürfen nicht vom Polizeipräsidium aus arbeiten, haben keine Erlaubnis, weiße Verdächtige zu verhaften. Und selbst die farbige Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Als eine junge farbige Frau tot aufgefunden wird, scheint das keinen zu interessieren – bis auf Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, die sich gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit machen. Zwischen zwielichtigen Alkoholschmugglern, scheinheiligen Puffmüttern, korrupten Gesetzeshütern und unter permanenter rassistischer Unterdrückung riskieren Boggs und Smith ihre neuen Jobs – und ihr Leben –, um den Fall zu lösen.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Ein Roman der Spitzenklasse, da er intelligent, unterhaltsam und historisch authentisch geschrieben wurde. Hier stimmt einfach alles was gute spannende Literatur benötigt. Zum Autoren: Thomas Mullen wurde 1974 in Rhode Island geboren. Er ist der Autor mehrerer Romane, darunter "The Last Town on Earth" (2006), für den er den James Fenimore Cooper Prize erhielt. "Darktown" stand auf der Shortlist für den Los Angeles Times Book Prize, den Southern Book Prize und den Indies Choice Book Award, außerdem war der Roman für zwei CWA Dagger Awards nominiert. Thomas Mullen lebt mit seiner Familie in Atlanta.

3 x Neues aus dem Heyne Verlag

Abbildungen: Heyne

Louis Greenberg "Die Bedrohung", Heyne Verlag, 384 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-453-43938-2     Unsere Welt, einige Jahre weiter. In den westlichen Gesellschaften hat es eine Rückbesinnung auf das Analoge gegeben, alles Digitale wird als Bedrohung empfunden. Green Valley, eine in sich geschlossene Kleinstadt und gleichzeitig Versuchsfeld der IT-Firma Zeroth, ist eine Ausnahme. Die Bewohner leben in einer perfektionierten virtuellen Realität. Doch dahinter verbirgt sich ein schreckliches Geheimnis.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Gut erzählter Lesestoff, der eine Mischung aus Gegenwart, Zukunft und Visionen beinhaltet. Zum Autoren: Louis Greenberg, geboren in Johannesburg, studierte Englisch und Geschichte. Seine Abschlussarbeit schrieb er über Sex und Familie im modernen Vampirroman und begann eine Karriere als Autor. Neben Short Stories und Gedichten verfasste er mehrere Romane. Als Teil des Bestseller-Autorenduos S. L. Grey setzt er seine Vorliebe für zeitgemäße Horrorstoffe um. Greenberg lebt in England.

Lorenz Stassen "Blutacker", Heyne Verlag, 352 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-453-43944-3    Seit der junge Anwalt Nicolas Meller den Angstmörder zur Strecke gebracht hat, geht es für ihn bergauf. Er hat zahlungskräftige Mandanten, ein neues Büro in der Innenstadt von Köln und mehrere Angestellte. Privat ist er mit Nina zusammengezogen, einst seine Referendarin und jetzt Lebenspartnerin. Doch dann bringt Hauptkommissar Rongen eine beunruhigende Nachricht: Ein Paketbote wurde brutal ermordet – und das einzige Paket, das entwendet wurde, war adressiert an: Nicolas Meller. Die Schlinge um den Kopf von Nic und Nina zieht sich erbarmungslos zusammen.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Sein voriger Roman "Angstmörder" war schon eine Granate. Bei seinem Nachfolgebuch hat der Autor noch eine gute Schippe fantastischer Krimikost draufgelegt. Sehr lesenswert. Zum Autoren: Lorenz Stassen, geboren 1969, wuchs in Solingen auf und wurde zunächst Chemielaborant. Er wechselte ins Film- und Fernsehgeschäft und arbeitet seit 1997 als freischaffender Drehbuchautor, u. a. für "Alarm für Cobra 11" und "Soko Köln / Soko Stuttgart". "Angstmörder" ist sein erster Roman. Lorenz Stassen lebt in Köln.

Anne Wolf "Ein ganz normaler Mörder", Heyne Verlag, 400 Seiten, 9,99 EUR, ISBN 978-3-453-43946-7    Bereits seit einem Jahr arbeitet Tammo nicht mehr für die Kriminalpolizei Hamburg. Seit jenem Tag, der sein Leben für immer veränderte. Doch dann steht Jens, sein früherer Vorgesetzter, wieder vor seiner Tür und bittet ihn um Hilfe. Eine Frauenleiche wurde aufgefunden und eine weitere Frau wird vermisst. Jens weiß, dass er Tammos besondere Fähigkeiten braucht, um die Vermisste zu retten. Durch eine Erkrankung in Kindertagen hat Tammo zwar einen Großteil seines Gehörs verloren, doch seine Augen können Menschen umso besser lesen.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Ein intelligent aufbereiteter Krimi, der absolut lesenswert ist. Zur Autorin: Anne Wolf, geboren und aufgewachsen in Hamburg, arbeitete als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Inspirationen für ihre Romane holt sie sich beim Joggen an der Elbe. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Eimsbüttel.

Donnerstag, 8. November 2018

Mein Bruder Che

Abbildung: Tropen

Juan Martín Guevara, Armelle Vincent "Mein Bruder Che", Tropen Verlag, 351 Seiten, 12,- EUR, ISBN 978-3-608-50366-1    Als die Guevaras aus den Schlagzeilen der Tageszeitungen vom Tod Ches erfahren, beschließen sie, sich in Schweigen zu hüllen. Jetzt, fünfzig Jahre später, ist für seinen jüngeren Bruder Juan Martín der Augenblick gekommen, der Welt seine Erinnerungen mitzuteilen und zu enthüllen, wie Che wirklich war.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Che, einmal aus einem anderen intimen Blickwinkel gesehen. Hier erfährt man einiges von der Familie und wie der heute noch weltweit verehrte Revolutionär war. Eine bereichernde Lektüre über einen Menschen, die es bis jetzt so noch nicht gab. Zu den Autoren: Juan Martín Guevara, 73 Jahre alt, lebt in Buenos Aires. Er verbrachte mehr als acht Jahre hinter Gittern der Militärjunta wegen seiner politischen Aktivitäten und der Beziehung zu seinem Bruder Che. Er hat den Verein "Por las huellas del Che" (Auf den Spuren von Che) gegründet.
Armelle Vincent ist eine französische Journalistin und Korrespondentin in Los Angeles. Sie schreibt für "Le Figaro" und andere Zeitungen. Juan Martín Guevara lernte sie anlässlich eines Artikels für das französische Magazin "L’Amateur de Cigare" kennen, da er zu dieser Zeit der größte Importeur von kubanischen Zigarren in Argentinien war.

Ein kulinarischer Kriminalroman

Abbildung: Pendo

Carsten Sebastian Henn "Der letzte Caffè", Pendo Verlag, 336 Seiten, 20,- EUR, ISBN 978-3-86612-445-5    Triest – Stadt der Winde und des Kaffees. Hier soll es den besten Espresso von ganz Italien geben, der Capo Triestino ist eine stadteigene Spezialität. Eines Morgens wird auf der berühmten Piazza grande eine verkohlte Leiche gefunden. Der Tote war einer der besten Baristas der norditalienischen Hafenstadt, vier andere sind spurlos verschwunden. Doch wer hätte ein Motiv, den gefeierten Künstlern der Espressomaschinen Leid zuzufügen? Sofort wird Professor Adalbert Bietigheim zu Hilfe gerufen. Pikanterweise ist einer der verschwundenen Baristas der Mann seiner großen Jugendliebe – für den sie ihn damals verlassen hat. Dennoch bezieht er bei ihrer Familie in Schloss Duino mit Foxterrier Benno Quartier, um ein im wahrsten Sinne des Wortes dunkles Verbrechen aufzuklären.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Ein toller Schreibstil überzeugt ebenso wie eine spannende Handlung und alles was der Autor an Kulinarisches aufzubieten hat. Zum Autoren: Carsten Sebastian Henn, geboren 1973 in Köln, arbeitet als Schriftsteller, Weinjournalist und Restaurantkritiker. Er ist Chefredakteur des Gault & Millau WeinGuides sowie Redaktionsleiter Deutschland des Weinmagazins Vinum. In St. Aldegund an der Mosel besitzt er einen Steilstweinberg mit alten Rieslingreben, den er selbst bewirtschaftet. Wenn er einmal nicht seiner Leidenschaft fürs Kochen nachgeht, ist er auf der Suche nach neuen Gaumenfreuden.

Fischzug

Abbildung: © lkpro/fotolia.com

Jock Serong "Fischzug", Polar Verlag, 280 Seiten, 18,- EUR,
ISBN 978-3-945133-69-9    Eine Reise ins australische Victoria, in die düstere Welt des illegalen Fischens und des Drogenhandels. Rechtsanwalt Charlie Jardim hat seine Karriere verspielt. Bei Gericht ist er wegen eines Richters ausgerastet. Er ist sich sicher, dass seine Karriere einen nicht wiedergutzumachenden Schaden erlitten hat. Zumal auch seine Verlobte genug von ihm hat und ihn verlässt. Sein alter Mentor und Freund, Harlan Weir, wirft ihm eine Rettungsleine zu. In der Küstenstadt Dauphin, wenige Stunden von Melbourne entfernt, wurde ein brennendes Boot mit einer Leiche an Bord gefunden. Nach Angaben des Bruders des Opfers, Matthew Lanegan, waren der Tote und die beiden Verdächtigen in den illegalen Handel mit Abalone (Seeohren) und Drogen verwickelt.
Der Großstadt-Jurist trifft in dem Küstenort Dauphin auf das Misstrauen der Einheimischen und steht vor der unmöglichen Aufgabe, ihr Vertrauen gewinnen zu müssen. Anstatt zu versuchen, nach Art der erfolgreichen amerikanischen Vorbilder wie Mickey Haller oder Perry Mason jeden zu überlisten oder zu betrügen, indem er sensationelle Beweise enthüllt, taucht Jardim einfach auf, nimmt ein paar Drinks und wartet darauf, dass die Einheimischen aufhören, ihn zu hassen.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Sein erster Roman ist authentisch und spannend zugleich. Sollte der Autor so weiterschreiben, wird er schnell in die Riege beliebter Krimiautoren aufgenommen. Bravo zum Debüt. Zum Autoren: Jock Serong lebt und arbeitet an der äußersten Südwestküste von Victoria. Er ist Anwalt und Autor, Herausgeber von "Great Ocean Quarterly" und schreibt für australische Zeitschriften wie Surfing World, Australian Surf Business und Slow. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Außerdem veröffentlichte er "The Rules of Backyard Cricket" und "On the Java Ridge".