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| Foto: Lydia Tress |
WELTEN
Album: embrace
VÖ: 04.09.2026
Label: o-cetera
Es ist eine merkwürdige Magie, die die Musik der Band WELTEN umgibt. Musik wie jene titelgebende Umarmung, mal liebevoll, mal tröstlich, manchmal für einen kleinen Moment voller Euphorie. WELTEN ist eine Indie-Jazz-Band aus Leipzig an der Schnittstelle von Jazz, Ambient, Post-Rock, und Neo-Klassik. Das Besondere an ihrem Sound ist die bildhafte, fast filmische Klangsprache, eine Musik, die Bilder im Kopf entstehen lässt – zurückhaltend und eindringlich zugleich, komplex aber doch zugänglich. „embrace“ kommt zum zehnten Geburtstag dieser einzigartigen Band. Bis hierhin haben WELTEN vier Alben veröffentlicht – Live im Laden auf Zeit (2017), Ycatú (2018), Akureyri (2019) und Thaw (2022) – sowie über 80 Konzerten in Deutschland, Island, der Schweiz und Österreich gespielt. Besondere Höhepunkte waren Auftritte im Múlinn Jazz Club in der Harpa (Reykjavík) mit Óskar Guðjónsson (ADHD), Live-Performances bei Deutschlandfunk Kultur und Konzerte auf Festivals wie Fusion, Seanaps oder At.tension.
Neben den Gründungsmitgliedern Valentin Mühlberger (Wurlitzer, Moog, Gesang) Lukas Backs (Altflöte, Querflöte, Perkussion)und Laurenz Welten (Altsaxophon, Tenorsaxophon, Klarinette, Bassklarinette) wurde der Klang des neuen Albums durch zwei neue Musiker*innen geprägt. Teil von WELTEN ist seit einiger Zeit Anna-Lucia Rupp (u. a. Olicía, BODIES), eine vielseitige Multi-Instrumentalistin, die mit Synthesizer, Percussion und vor allem ihrer Stimme die Klangmöglichkeiten der Band erweitert. Zudem bringt der neue Schlagzeuger Raphael Schuster mit präpariertem Schlagzeug und erweiterten perkussiven Klangquellen neue Impulse in das rhythmische Konzept der Band. Altflöte, Saxophon und die präzise Stimme von Anna-Lucia Rupp sind auf „embrace“ oft gemeinsam in Sätzen arrangiert, was einen einzigartigen Sound hervorbringt. Die Klangflächen schafft Valentin Mühlberger aus Wurlitzer, Moog und Effekten. Seine Stimme und die von Anna-Lucia Rupp ergänzen zusätzliche Ebenen, ohne dabei den Song an sich zu reißen – ein kleiner Teil eines großen Ganzen. Die Rhythmen von Raphael Schuster reichen weit über das Schlagzeug hinaus, bis hin zu einer Sammlung antiker Rührschüsseln, die seinem Großvater, einem Konditor, gehörten und auf denen er in verschiedenen Größen sogar Melodien spielt. Lukas Backs spielt hauptsächlich Alt-Flöte – eine tiefere Version der Querflöte - und liebt das spontane Experimentieren mit Percussion-Instrumenten und Alltagsgegenständen, was auf vielen Songs des Albums zu hören ist. Auch wenn die Band den Nachnamen ihres gefühlvollen Saxophonisten und Klarinettisten Laurenz Welten trägt, ist dies eher Inspiration. Einen klassischen Bandleader gibt es nicht und alle Mitglieder steuern Kompositionen bei.
Die erste Single des Albums, „Skúli & Óskar“, ist eine Hommage an die beiden isländischen Musiker Skúli Sverrisson und Óskar Guðjónsson, deren Duo-Album „The Box Tree“ eines der Lieblingsalben der Band ist. Die Liebe ging so weit, dass Saxophonist Laurenz Welten einst für ein halbes Jahr in Island gelebt und bei Óskar Guðjónsson Unterricht genommen hat. Das Video dazu entstand im Herbst 2025 auf einer artist residency der Band in dem kleinen malerischen Ort Loshult (Schweden) in der historischen Dorfkirche des Ortes.
Stefan Michalke
Album: Michalke & Strings
VÖ: 04.09.2026
Label: JazzSick Records
Mit Michalke & Strings legt der Aachener Jazzpianist und Komponist Stefan Michalke ein Album vor, das seinen künstlerischen Weg konsequent weiterführt und zugleich neue Klangräume erschließt. Erstmals verbindet er in einem eigenen Projekt ein klassisches Streichquartett mit einem Jazzquartett und schafft damit eine außergewöhnliche musikalische Begegnung zwischen improvisierter Musik und der Klangästhetik klassischer Kammermusik. Seit vielen Jahren zählt Stefan Michalke zu den prägenden Stimmen des akustischen, kammermusikalisch geprägten Jazz in Deutschland. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in unterschiedlichen Besetzungen widmet er sich auf diesem Album intensiv den Möglichkeiten eines klassischen Streichquartetts und dessen Verbindung mit einer improvisierenden Jazzformation. Im Mittelpunkt stehen fein ausbalancierte Kompositionen, die von Transparenz, offenen Harmonien und einer bewusst zurückgenommenen Klangsprache geprägt sind. Improvisation und kompositorische Struktur begegnen sich dabei auf Augenhöhe und bilden das Fundament eines ebenso sensiblen wie ausdrucksstarken Ensemblesounds. Die musikalische Handschrift Michalkes wurde schon früh geprägt. Der in Köln geborene Pianist erhielt zunächst klassischen Klavierunterricht, bevor er sich zunehmend für Jazz begeisterte. Nach dem Studium des Jazzpianos am Conservatorium Maastricht entwickelte er sich zu einem vielseitigen Musiker, der als Bandleader, Komponist und Sideman zahlreiche Projekte realisierte. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Asien, Brasilien und die USA, unter anderem mehrfach an der Seite der New Yorker Jazzlegende Sheila Jordan. Zu seinen wichtigsten Einflüssen zählen Bill Evans, John Coltrane, Astor Piazzolla und Johann Sebastian Bach – Einflüsse, die sich auch in der stilistischen Offenheit und melodischen Tiefe seiner Musik widerspiegeln.
Für Michalke & Strings versammelt Stefan Michalke ein hochkarätig besetztes Ensemble: Frederik Köster an Trompete und Flügelhorn, David Andres am Kontrabass und Stefan Kremer am Schlagzeug bilden das Jazzquartett. Ergänzt wird es durch das Streichquartett mit Nina Leonards und Sebastian Reimann (Violinen), Uwe Böttcher (Viola) sowie Veit Steinmann (Cello).
Das Ergebnis ist ein Album von großer klanglicher Feinheit, das die Grenzen zwischen Jazz und Kammermusik nicht verwischt, sondern bewusst auslotet – leise, differenziert und mit großer musikalischer Offenheit.
