Sonntag, 22. Februar 2026

Musiktipp: Gregor Schor und das größte gemeinsame Vielfache

Foto: Lydia Tress

Ein Jazz-Silberling, der unsere Ohren auf Anhieb verzaubert. Hier treffen sich Freiheit der Improvisation und gelernte Komposition. Die Scheibe "Am Grund" erscheint am 10. April 2026 und macht jetzt schon Laune auf den Frühling.

Hervorragende Musiker werden somit die aufblühende Jahreszeit mit ihren musikalischen Formen des Jazz begrüßen. Die ausgefallenen Titel der CD schließen ebenso auf neuartige Spuren abseits des Mainstreams. Titel wie Smetterling, Ölbach, Dooschlogdadoo und Grauer Kopf lassen aufhorchen.

Album: Am Grund, EAN: 885150721971, Format: CD, LP, digital. Vertrieb: The Orchard

Köllefornia's Internettipp:
https://www.jazzsick.com/

Neues aus dem Kampa Verlag

Abbildungen: Kampa

Dana Stabenow "Unter der Erde Alaskas", Kampa Verlag,
272 Seiten, 18,90 EUR, ISBN 978-3-311-12132-9     Bei minus vierzig Grad und Windstärke fünf einen Bohrkopf von der Ladefläche eines Pick-ups wuchten? Kein Problem für Kate Shugak. Als Hilfsarbeiterin getarnt, ist die Ex-Ermittlerin der Staatsanwaltschaft von Anchorage in Prudhoe Bay unterwegs. Viertausend Angestellte schuften hier für die Royal Petroleum Company, und einige von ihnen gehen illegalen Geschäften nach: Ein halbes Dutzend Überdosen wurden in drei Monaten gemeldet – eine davon tödlich. Der Vorstandsboss des Ölkonzerns hat gar keine Lust, das Problem einer Frau zu übertragen. Erst recht keiner indigenen. Doch Kate Shugak ist die beste Ermittlerin Alaskas, sie kennt Land und Leute wie niemand sonst. Und sie stellt bald fest: Kokain ist nicht die einzige illegale Substanz, mit der hier gehandelt wird, und die wahren Drahtzieher schrecken vor nichts zurück.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Neben den Kriminalfall brilliert dieser Roman auch von den Beschreibungen Alaskas. Somit haben die Leser zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt. Über die Autorin: Dana Stabenow, geboren 1952 in Anchorage, Alaska, wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, die im Golf von Alaska auf einem Fischerboot arbeitete. Die Eiseskälte in ihrem Heimatstaat im Winter und das Springen der Lachse in den Flüssen im Sommer kennt die Autorin ebenso gut wie ihre Protagonistin. Stabenow erwarb einen Bachelor in Journalismus und einen Master in Creative Writing und schreibt seither Kriminalromane und Science Fiction. Für "In der Kälte Alaskas", den ersten Band der derzeit dreiundzwanzig Bände umfassenden Kate­-Shugak­-Reihe, wurde sie mit dem Edgar Award ausgezeichnet. 2007 wurde sie vom Staat Alaska zur Künstlerin des Jahres gekürt. Die Autorin selbst sagt über ihren Werdegang: "Ich bin in Anchorage geboren und auf einem Fischerboot in Südalaska aufgewachsen, und ich wusste, dass es irgendwo da draußen einen wärmeren, trockeneren Job geben musste."

Alex Lépic und Alexander Oetker "Lacroix und der Flussschiffer von der Seine", Kampa Verlag, 208 Seiten, 19,90 EUR, ISBN 978-3-311-12580-8    Die Touristen auf dem Pont Alexandre III sind entsetzt. Statt den Eiffelturm zu fotografieren, der sich gegenüber in den Himmel reckt, starren sie über das Geländer nach unten: Auf dem Flussschiff, das gerade die Brücke passiert, liegt ein Mann. Seit Stunden tot, wie die Polizei später feststellt, und unentdeckt durch das halbe Land geschippert. Commissaire Lacroix eilt ans Seineufer und an Bord der Romantica, doch die wortkarge Crew will von der Leiche nichts gewusst haben. Ihre Ermittlungen führen Lacroix und seine Kollegin Jade Rio die Seine entlang bis in die Normandie, wo Laurent Poissy seinen Bruder Sylvain als vermisst gemeldet hat. Ihr Boot war zeit ihres Lebens das Zuhause der beiden Schiffer. Sylvain Poissy wollte seinen Fluss sauber halten, kämpfte gegen Drogenhandel, Schmuggel und Korruption. Musste er deshalb sterben? Lacroix wird bald klar: Der geplante Ausflug nach Giverny mit seiner Frau Dominique fällt ins Wasser.
Köllefornia informiert:     Über das Buch: Perfekte Unterhaltung mit der Garantie, dass es ein grandioser Kriminalroman aus einer bekannten Schriftstellerhand ist. Lesen Sie mehr über den Autor. Über das "Autorenteam": Alexander Oetker, geboren 1982, ist der Frankreich-Experte von RTL und n-tv. Er lebte viele Jahre in Paris und berichtet bis heute über die Grande Nation. Oetker schreibt Romane, Reiseführer und verschiedene Krimireihen, die regelmäßig auf den Bestsellerlisten landen. Für den Kampa Verlag schreibt er unter dem Pseudonym Alex Lépic Paris-Krimis. Oetker lebt en famille zwischen Südwestfrankreich, Brandenburg und Berlin. Paula und die Zirkusbande ist sein erstes Kinderbuch.

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Freitag, 20. Februar 2026

S. Fischer Verlag präsentiert

Abbildung: S. Fischer

Stephan Ludwig "Zorn - Die Akte Heinlein", S. Fischer Verlag,
352 Seiten, 14,- EUR, ISBN 978-3-596-71056-0 Hauptkommissar Claudius Zorn ist auf den Hund gekommen, Dackel Dumbo weicht ihm nicht mehr von der Seite. So auch an jenem Winterabend nicht, als das Tier bei der Gassirunde im Stadtwald eine abgetrennte Männerhand aufstöbert. Sie wurde mit einem scharfen Gegenstand abgehackt, zwei Finger fehlen. Doch kein Hinweis auf die Identität des Opfers, der Mann ist spurlos verschwunden. Lebt er noch? Wird er irgendwo festgehalten, bedroht? Zorn und seinem Kollegen Schröder lässt die Sache keine Ruhe, als die erste Spur auftaucht, gehen sie ihr nach. Bis Zorn darüber mit seiner Frau Frieda, die als Oberstaatsanwältin die Zuständigkeit für den Fall übernommen hat, in heftigen Streit gerät, und bald der Haussegen beruflich wie privat schiefhängt. Stur wie Zorn ist, lässt er trotzdem nicht locker und findet sich schließlich vor Heinleins Delikatessengeschäft wieder. Und kurz darauf an einem Ort, wo nur eines auf ihn wartet: der Tod.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Der bereits 15. Band handelt von einem gefährlichen Alleingang des Ermittlers. Wie alle Vorgängerromane wird den Lesern auch dieser Band wieder richtig unter die Haut gehen. Über den Autoren: Stephan Ludwig arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Rundfunkproduzent. Er hat drei Töchter, einen Sohn und keine Katze. Zum Schreiben kam er durch eine zufällige Verkettung ungeplanter Umstände. Er lebt und raucht in Halle.

Abbildung: S. Fischer

Arno Strobel "Ungelöst - Die erste Zeugin", S. Fischer Verlag,
384 Seiten, 18,- EUR, ISBN 978-3-596-71298-4 Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt. Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll. Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat. Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.
Köllefornia informiert:     Über das Buch: Das ist nun der erste Teil einer neuen Romanserie des Erfolgsschriftstellers. Und, ja, es klappt perfekt, was sich Strobel ausgedacht und auf Papier gebracht hat. Seine Leser werden voll auf ihre Kosten kommen. Über den Autoren: Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

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Dienstag, 17. Februar 2026

Zuflucht

Abbildung: Unionsverlag

Garry Disher "Zuflucht", Unionsverlag, 336 Seiten, 24,- EUR, ISBN 978-3-293-00624-9    Grace ist genial. Ihr Job: Meisterdiebin. Ihre Beute: Luxusgüter. Ihre Opfer: die Reichen und Schönen von Australiens Küstenstädten. Identitäten streift sie ab wie Perücken, falsche Papiere zückt sie ebenso schnell wie erfundene Vergangenheiten. Was sie nie hatte, ist ein normales Leben. Doch ein Job in einem kleinen Antiquitätenladen in den Adelaide Hills verspricht erstmals einen Ort, den sie Zuhause nennen kann. Grace freundet sich mit der schüchternen Eigentümerin Erin Mandel an. Es läuft gut für die beiden – doch Grace weiß, dass so manch alter Feind auf der Suche nach ihr ist. Was sie nicht weiß: Auch Erin wird von rachsüchtigen Blicken verfolgt.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Und wieder ein Roman des beliebten Schriftstellers, wo er all sein Können wiederholt dem Leser zur Verfügung stellt. Ein Meister der kriminellen Erzählung verwöhnt uns auch mit seinem aktuellen Roman und seinen außergewöhnlichen Figuren mit einer exzellenten Geschichte. Über den Autoren: Garry Disher, geboren 1949, wuchs im ländlichen Südaustralien auf. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kriminalromane und Kinderbücher. Sein Werk wurde für den Booker Prize nominiert und mehrfach ausgezeichnet, u. a. viermal mit dem Deutschen Krimipreis sowie dreimal mit dem wichtigsten australischen Krimipreis, dem Ned Kelly Award. Garry Disher lebt an der Südküste von Australien in der Nähe von Melbourne.

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Aktuelle Empfehlungen von dtv

Abbildung: dtv

Frida Skybäck "Schattenmädchen", dtv,
448 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3-423-26457-0    An einem drückend heißen Sommerabend verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson von der Party eines erfolgreichen Technologieunternehmens, gegründet von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund. Der charismatische CEO Martin Zenberg beteuert, weder er noch sein Unternehmen hätten irgendeine Verbindung zu der jungen Frau – doch ist er wirklich glaubwürdig?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Das Wissen, dass dieser Roman auf einer wahren Begebenheit basiert, macht die Geschichte umso fesselnder. Über die Autorin: Frida Skybäck, 1980 in Göteryd geboren, hat als Autorin längst internationale Bekanntheit erreicht. Sie lebt mit ihrer Familie im südschwedischen Lund, wo ihre Krimiserie um die junge Polizistin Fredrika Storm spielt.

Abbildung: dtv

Colin Hadler "Firewatch", dtv,
400 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3- 423-26463-1    Ein Jahr zuvor: Aaron übernimmt bei einem Ferienjob die Firewatch in einem kalifornischen Nationalpark. Stationiert im Firetower nebenan: Der gleichaltrige Schriftsteller Kian, der eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Aaron ausübt – obwohl er spürt, dass Kian etwas verbirgt. Für ihn verlässt Aaron heimlich seinen Posten – und kehrt nie zurück. Als die Ermittlungen eingestellt werden, fasst sein bester Freund Robin einen riskanten Plan: Er will Kian daten, um sein Vertrauen zu gewinnen und Aaron zu rächen.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Der Spagat zwischen Gefühlen und kriminellen Passagen gelingt dem Autor sehr gut. Der Lesefluss bleibt bestehen und der Nervenkitzel erobert den Leser. Über den Autoren: Colin Hadler wurde 2001 in Graz geboren und kann es nicht leiden, Autorenviten zu schreiben. Mit seinen Lesekabaretts verbindet er seine Liebe zum Theater mit der Liebe zum Buch. Seine Thriller, darunter SPIEGEL-Bestseller, wurden für den GLAUSER und weitere Preise nominiert und übersetzt. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er in Wien.

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Samstag, 14. Februar 2026

Das Riga-Komplott

Abbildung: Suhrkamp

Michael Idov "Das Riga-Komplott", Suhrkamp Verlag,
328 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3-518-47527-0    Der brillante, junge Ari Falk leitet eine CIA-Abteilung in Riga. Die Weltlage ist 2021 angespannt. Die belorussische Luftwaffe hat gerade einen türkischen Linienflug von Ankara nach Riga nach Minsk umgeleitet. An Bord ein von Falk angeworbener russlandkritischer Blogger. Kurz danach wird die CIA-Station in Riga angegriffen, Falks Mitarbeiter kommen ums Leben, er kann in letzter Sekunde fliehen. In Los Angeles erfährt Maya Chou, die Tochter eines russisch-amerikanischen Multimilliardärs, vom Selbstmord ihres Vaters. In seinem Testament hinterlässt er ihr ein kleines Haus an der portugiesischen Küste. Aber seine Milliarden sind spurlos verschwunden. Auf den Spuren ihres Vaters reist Maya nach Tanger, wo sie ins Visier eines Killers gerät. Auch Ari Falk taucht dort auf. Zusammen jagen Maya und Ari quer durch Europa bis nach Moskau. Sie müssen erkennen, dass die postsowjetische Zeiten und ihre Konflikte noch lange nicht zu Ende sind. Im skrupellosen Spiel um Geld, Gier und Macht übersehen sie einen viel wichtigeren Faktor: Liebe.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein äußerst frischer, rasant sowie intelligent geschriebener Roman für Krimileser, die etwas gehobenere Anforderungen haben. Trickreiche Gedankenspiele machen das Buch zu einem unterhaltsamen Lesespaß. Über den Autoren: Michael Idov ist Romanautor, Regisseur und Drehbuchautor. Der in Lettland geborene Amerikaner wuchs in Riga unter sowjetischer Besatzung auf und zog nach seinem Abschluss an der University of Michigan nach New York. Seine schriftstellerische Karriere begann beim New York Magazine, wo seine Reportagen mit drei National Magazine Awards ausgezeichnet wurden. Idov hat an zahlreichen Film- und Fernsehprojekten mitgearbeitet, u. a. "Londongrad", "Deutschland 83", "Leto" und "The Humorist". Er und seine Frau und Drehbuchautoren-Partnerin Lily leben in Los Angeles, Berlin und Portugal.

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Freitag, 13. Februar 2026

Sigmar Polke "Die Reise"

Abbildung: Scheidegger & Spiess

Katharina Schmidt "Sigmar Polke. Die Reise. 1980–1981", Scheidegger & Spiess,
68,- EUR, gebunden,
432 Seiten, 324 farbige und 50 s/w-Abbildungen, 24 x 32.5 cm, ISBN 978-3-03942-302-6     Aus der vitalen rheinischen Kunstszene brach Sigmar Polke (1941–2010) 1980 mit Britta Zoellner nach Südostasien auf. Eine geplante stille Arbeitszeit auf Bali wurde zu einer 13-monatigen Reise von Indonesien über Singapur nach Papua-Neuguinea, Australien, Tasmanien, Malaysia und Thailand. Fasziniert von den alten Hochkulturen, der Gamelan-Musik, dem Schattentheater, wandten sie sich vermehrt ethnischen Gesellschaften und deren Lebensformen zu, vor allem aber auch der Natur, der tropischen Fauna und Flora.

Dank Zoellners Kalendernotizen, Filmen und Fotos sowie anderer unveröffentlichter Quellen zeichnet die Kunsthistorikerin Katharina Schmidt erstmals diese kaum bekannte Reise chronologisch genau nach. Sie untersucht, wie die intensive Erfahrung anderer Kulturen und grandioser Landschaftsräume, auch das Entdecken kosmischer Ereignisse durch Meteoriten, den Künstler bewegte. Dabei schildert sie, wie der Nuancenreichtum der Farbeindrucke und die Fülle der Beobachtungen künftig Polkes Kunst, seinen Naturbegriff und seine Vorstellungen von Raum und Zeit prägten. Empathie für das Schicksal indigener Völker unter kolonialer Herrschaft und für eine durch Ausbeutung der Bodenschätze wie Uran oder Gold gefährdete Natur lässt erkennen, wie achtsam und weitblickend diese stille, konzentrierte Künstlerreise verlief.

Köllefornia informiert:     Über das Buch: Ja, heute sind wir alle, immer mit dem Smartphone bewaffnet, in der ganzen Welt unterwegs. Ob das schlechter oder besser als es früher war, ist und bleibt dahingestellt. Polke jedenfalls, hat es vor fast 50 Jahren geschafft, seine Reiseeindrücke in seinen Bildern festzuhalten. Mittels Fotografien, Filmen und seinen Aufzeichnungen brachte uns der Künstler seine Reise näher. Gepaart mit Ansichtskarten, Briefen und vielen Informationen anhand tagebuchähnlicher Einträge. Dank Katharina Schmidt wurde dieser lobenswerte Kunstband hervorragend ausgearbeitet. Alltägliche Situationen, Beschreibungen von Land, Leuten und Kulturen erklärt. Und, immer wieder die Frage im Hinterkopf, welche Deutschen vor ihm da waren und aus welchen Gründen. Ein interessanter Ansatz, der uns Lesern neue Sichtweisen und Erkenntnisse ermöglicht sowie die Kultur fremder Völker, die er und seine Begleiterin Britta Zoellner auf dieser über ein Jahr andauernden Reise aufgesogen haben, näherbringt. Diese Frau an seiner Seite sprach später von einer sehr nachdenklichen und stillen Reise.

Als sie wieder in Deutschland angekommen waren, wurde Sigmar Polke sofort kreativ und fing an zu malen. Nun hatte er einen ganz anderen Bezug zur Farbe gewonnen. Ihm fielen die vielen Begegnungen ein und er sinnierte darüber, wie die Farbe und deren Bedeutungen von anderen Menschen auf der Welt wahrgenommen werden. Fazit: Man kann festmachen, dass der Maler Sigmar Polke fortan anders als vor seiner Reise Werke schuf und sich erkenntnisreicher präsentierte. (ht)


Über die Autorin: Dr. Katharina Schmidt (* St. Goar am Rhein) studierte Theatergeschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie an den Universitäten München und Wien, wo sie 1968 promovierte. Von 1972 bis 1980 war sie Kuratorin an der Kunsthalle Düsseldorf. Zwischen 1981 und 1985 leitete Schmidt die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und von 1985–1992 das Kunstmuseums Bonn (verantwortlich für den Museumsneubau). 1990 wurde sie mit dem ART Cologne-Preis für Ausstellungen und wissenschaftliche Begleitung der Gegenwartskunst ausgezeichnet und 1994 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Schmidt war von 1992–2001 Direktorin der Öffentlichen Kunstsammlung Basel (Kunstmuseum und Museum für Gegenwartskunst mit Emanuel Hoffmann-Stiftung) und ist bis heute Mitglied in zahlreichen internationalen Fachgremien und kulturellen Stiftungen. Katharina Schmidt lebt in Zürich.

Auch Klapptafeln beherbergt das opulente Werk.
Foto: Lydia Tress
 
Über den Künstler: Sigmar Polke wurde am 13.2.1941 in Oels (Schlesien) geboren. Während des zweiten Weltkrieges floh die Familie nach Thüringen und ließ sich 1953 in Düsseldorf nieder. Hier absolvierte Sigmar Polke eine Glasmaler-Lehre und studierte anschließend von 1961–67 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz und Gerhard Hoehme. Schon zu Studienzeiten organisierte er zusammen mit seinen Kommilitonen Manfred Kuttner, Konrad Lueg und Gerhard Richter eine erste öffentliche Ausstellung unter dem Label Kapitalistischer Realismus. Erste Gruppen- und Einzelausstellungen in Galerien in Düsseldorf, Köln, Berlin, Hannover u.a. folgten, ebenso eine Professur an der HFBK, Hamburg (1970/71). Ein reger Austausch mit anderen Künstlern und Kulturschaffenden auf dem eigenen Gaspelshof in Willich und in der Schweiz sowie Reisen ins Ausland (Afghanistan/Pakistan, New York) und erste internationale Ausstellungen (Biennale São Paulo, 1975) prägten die 1970er Jahre. Eine erste retrospektive Ausstellung seines Werks wurde 1976 in Tübingen, Düsseldorf und Eindhoven gezeigt. 1978 zog Sigmar Polke nach Köln, wo er bis zu seinem Tod am 10.6.2010 lebte und arbeitete. Sigmar Polkes umfangreiches Werk umfasst Malerei, Arbeiten auf Papier, Fotografie, Film, Objekte und Grafik. Sein unkonventioneller und experimenteller Umgang mit unterschiedlichen Medien und Materialien sowie seine reichen Bildwelten machten ihn zu einem der einflussreichsten deutschen Nachkriegskünstler, dessen Werk junge Künstler bis heute inspiriert.

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Vier aktuelle Titel aus dem Ullstein Verlag

Abbildung: Ullstein

Jo Nesbø "Minnesota", Ullstein Verlag,
416 Seiten, 24,99 EUR, ISBN 978-3-550-20309-1    Minnesota, 2016: Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Frau verlässt ihn, Freunde ziehen sich zurück. Allein die knallharte Ermittlerarbeit lässt ihn seine Dämonen für einige Stunden vergessen: Oz jagt einen Mörder, der einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis führt. Und immer ist der ihm einen Schritt voraus, trickst Kameras aus, hinterlässt irreführende Spuren. Erst als bekannt wird, dass er einen Anschlag auf den Bürgermeister plant, kann Oz ihm eine Falle stellen. Doch wer stellt hier wem eine Falle?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Hier könnte man annehmen, dass der Autor ganz aktuelle Themen vorhersieht. Er schreibt wie gewohnt blutig, brutal und zynisch. Eine große Rolle dabei spielt das heutige Amerika. Nichts kommt ungeschoren davon, auch nicht die Politik. Über den Autoren: Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit. Sein Roman Der Schneemann wird von Martin Scorsese verfilmt. Jo Nesbø lebt in Oslo.

Abbildung: Ullstein

Saskia te Merveld "Blutwild", Ullstein Verlag,
304 Seiten, 14,99 EUR, ISBN 978-3-548-07315-6     Sechs Jahre sind vergangen, seit Anka ihrem sadistischen Entführer entkam. Gequält und gefoltert hat die Gefangenschaft Spuren bei ihr hinterlassen – sie quittierte ihren Dienst als Polizistin. Bis eine rätselhafte SMS mit GPS-Daten und dem Wort HILFE sie zurück in ihre Albträume reißt. In einer Hütte im Wald stößt Anka auf makabre »Kunstwerke«: menschliche Körperteile, fein säuberlich eingelegt in Formaldehyd, ausgestellt wie in einer Galerie. Es ist die Handschrift ihres einstigen Peinigers. Doch ist er wirklich zurück? Plötzlich spürt Anka etwas, das sie nie wieder fühlen wollte: Todesangst.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Oh, ihr erster Roman und direkt ein Treffer in die Leserseele. Da hat die Autorin aber ganz schön vorgelegt. Da wartet man gespannt auf Neues aus ihrer Feder. Über die Autorin: Saskia te Marveld wurde 1994 in Kleve am Niederrhein geboren. Sie ist Mitgründerin eines Softwareunternehmens und lebt mit ihrem Mann in Paderborn. Thriller und Kriminalromane sind ihre absolute Leidenschaft. "Blutwild" ist ihr Thrillerdebüt.

Abbildung: Ullstein

Stina Westerkamp "Sturmmeer", Ullstein Verlag,
336 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-86493-372-1    Ella schwebt im siebten Himmel. Seit Kurzen ist sie mit Jan zusammen, mit ihm kann sie sich sogar ein gemeinsames Leben vorstellen. Als er sie zu einem romantischen Ausflug auf einem Segelboot einlädt, ist sie sich sicher, dass ihre Beziehung nun das nächste Level erreichen wird. Ella bangt um sein Leben, während das Boot immer weiter aufs stürmische Meer hinaustreibt. Dann bekommt sie eine Drohnachricht. Offensichtlich wurde sie entführt. Aber warum? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn mit Jan sind auch Ellas lebenswichtige Medikamente über Bord gegangen. Wie soll sie sich retten mitten auf dem Ozean?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein Roman, der aber richtig unter die Haut geht. Man sollte niemandem und wenn man ihn auch sehr gut kennt, vertrauen, diese Story beweist es. Die Leser werden sich sofort in diesem Buch so vertiefen, dass sie alle Zeit um sich herum vergessen werden. Über die Autorin: Stina Westerkamp ist das Pseudonym einer erfolgreichen Thrillerautorin. Schon während ihres Psychologiestudiums hat sie die Frage fasziniert, wie ein Mensch zum Mörder werden kann. Bis heute beschäftigt sie sich aus beruflichen Gründen mit der Psyche von Tätern und Opfern. Stina Westerkamp lebt mit ihrer Familie im Rheinland.

Abbildung: Ullstein

Marisa Kashino "Tödliches Angebot", Ullstein Verlag,
336 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-86493-375-2    "Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss." Margo braucht für ihre Familie eine größere Wohnung, koste es, was es wolle. Nach monatelanger frustrierender Suche sieht sie den Inbegriff eines perfekten Lebens vor sich. Getrieben von ihrer Verzweiflung will Margo das Haus kaufen, bevor es überhaupt auf den Markt kommt. Ein bisschen Stalking? Harmlos. Etwas Hausfriedensbruch? Notwendig. Zunehmend skrupellos dringt Margo in das Leben der Hausbesitzer ein, sie umgarnt sie bis zur Erpressung. Bis sie auf Gegenwehr stößt. Die räumt sie so zielstrebig aus dem Weg wie die Geliebte ihres Mannes. Das Verstörende an der Geschichte? Sie werden Margo lieben, selbst wenn das Buch Sie fassungslos nach Luft schnappen lässt. Kann Margo ihr perfektes Leben in ihrem Traumhaus antreten? Natürlich nicht! Dieser Psychothrill kennt keine moralische Grenzen.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Was als eine harmlose Geschichte beginnt, nimmt mehr und mehr an Fahrt auf, bis man nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Über die Autorin: Marisa Kashino war 17 Jahre lang Journalistin, zuletzt bei der Washington Post. Den Großteil ihrer Karriere verbrachte sie beim Washingtonian Magazine, wo sie die Longform-Reportagen schrieb und die Berichterstattung über Immobilien und Wohndesign leitete. Sie wuchs in der Nähe von Seattle auf, heute lebt sie mit ihrem Mann, zwei Hunden und zwei Katzen im Großraum Washington, D.C.

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https://www.ullstein.de/

Montag, 9. Februar 2026

Neue spannende Romane bei Droemer Knaur

Abbildung: Knaur

Ursula Poznanski "Das Signal", Knaur Verlag,
400 Seiten, 24,- EUR, ISBN 978-3-426-56812-5    Viola ist gefangen. Nach einem Unfall ist sie ans Haus gefesselt und auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen. Doch dessen Fürsorge schlägt in Kontrolle um. Oder bildet sie sich das nur ein? Mit Hilfe modernster Technik beginnt Viola, ihren Mann zu überwachen – und stößt auf Ungereimtheiten, die sie in höchste Gefahr bringen.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Mit diesem Thriller holen sich die Leser das Grauen in ihre vier Wände. Absoluter Gänsehautfaktor durch ruhiges, detailreiches und doch subtiles Erzählen. Über die Autorin: Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache: Mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene ist sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden, ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflage von bereits fünf Millionen Exemplaren verholfen.

Abbildung: Knaur

Douglas Preston / Lincoln Child "Old Bones - Der Fluch der Wüste", Knaur Verlag,
400 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-426-65978-6    In New Mexikos Badlands, einer bizarr geformten Wüstenregion, wird das Skelett einer Frau gefunden. Offenbar ist sie nackt in die Wüste gelaufen und qualvoll verdurstet. Ihre Hände halten noch immer zwei seltene Artefakte fest: blitzende Steine, die von den alten Chaco-Völkern zur Götterbeschwörung verwendet wurden. Hat die Frau Selbstmord begangen – oder war sie eine Opfergabe? FBI-Agentin Corrie Swanson bittet die Archäologin Nora Kelly um Unterstützung bei dem Fall. Als eine weitere gemarterte Leiche entdeckt wird, deutet alles auf den Beginn einer makabren Serie hin. Die Ermittlungen führen Corrie und Nora in entlegene Canyons und zu Ruinen, von denen es heißt, sie seien verflucht. Dabei stoßen sie auf längst vergessene Rituale – und auf eine uralte, dunkle und bösartige Macht. Einmal aus ihrem Schlaf erweckt, verheißt sie nichts als Zerstörung.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Auch dieser Band schließt an seine Vorgängerromane mühelos an. Ein Lesespaß für alle Fans dieses Schreiberduos. Über die Autoren: Douglas Preston wurde 1956 in Cambridge, Massachusetts, geboren. Er studierte in Kalifornien zunächst Naturwissenschaften und später Englische Literatur. Nach dem Examen startete er seine Karriere beim American Museum of Natural History in New York. Eines Nachts, als Preston seinen Freund Lincoln Child auf eine mitternächtliche Führung durchs Museum einlud, entstand dort die Idee zu ihrem ersten gemeinsamen Thriller,
Lincoln Child wurde 1957 in Westport, Connecticut, geboren. Nach seinem Studium der Englischen Literatur arbeitete er zunächst als Verlagslektor und später für einige Zeit als Programmierer und Systemanalytiker.

Abbildung: Droemer

M. W. Craven "Die Witwe", Droemer Verlag,
512 Seiten, 16,99 EUR, ISBN 978-3-426-28460-5    DS Washington Poe ist irritiert, als er wegen eines Mordes zu einem Hinterhof-Bordell in Carlisle gerufen wird: Normalerweise jagt er Serienmörder – hier scheint ein Streit mit einem Zuhälter eskaliert zu sein. Seltsam ist, dass eine kleine Keramikfigur in Gestalt einer Ratte fehlt und jemand aus dem Ermittlerteam der Dieb sein muss. Denn auf einem Foto der Spurensicherung ist die Figur eindeutig zu erkennen. Poes Teamkollegin, die geniale Analytikerin Tilly Bradshaw erinnert sich an einen ungeklärten und etliche Jahre zurückliegenden Banküberfall, bei dem nichts entwendet wurde, stattdessen aber eine Ratten-Keramikfigur vor dem Tresor zurückgelassen wurde. Warum? Und wer steckt hier dahinter? Als Poe und Tilly Bradshaw tiefer in die Ermittlungen eintauchen, wird der Fall immer verzwickter und plötzlich ist auch der MI5 mit von der Partie.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Man wird von der Seite 1 an förmlich in den Sog der Geschichte hineingezogen und kommt kaum noch davon los. Sehr flüssig geschrieben, mit Wendungen und tollen Einfällen. Über den Autoren: Der mehrfach preisgekrönte Sunday Times-Bestseller-Autor M. W. Craven wurde in Carlisle geboren, wuchs aber in Newcastle auf. Er trat als Jugendlicher in die britische Armee ein. Nach zehn Jahren beim Militär begann er Sozialpädagogik zu studieren. Bevor er sich schließlich höchst erfolgreich und in Vollzeit dem Schreiben von Krimis und Thrillern widmete, arbeitete er beinahe zwei Jahrzehnte lang als Bewährungshelfer. M. W. Cravens hochgelobte Serie um DS Washington Poe und die Fallanalytikerin Tilly Bradshaw wurde mit renommierten Krimipreisen ausgezeichnet.

Abbildung: Knaur

Daniel Holbe / Ben Tomasson "Todestal", Knaur Verlag,
416 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-426-52930-0    Ein kleines Dorf im Taunus gerät in den Fokus von Ermittlungen: Ein Journalist wurde in einem Steinbruch tot aufgefunden. Eine Kneipenprügelei mit Folgen? Oder hat er womöglich zu viele unbequeme Fragen gestellt? Auch im Fall um einen toten Anwalt aus Wiesbaden – gestorben bei der Mensur einer Studentenverbindung: ein Unfall oder steckt doch mehr dahinter? – tun sich Verbindungen ins Dorf auf. Bei ihren Nachforschungen stoßen Sabine Kaufmann und Ralph Angersbach auf ein wahres Wespennest aus alten Seilschaften, illegalen Geschäften und Geschichten, über die kollektives Stillschweigen herrscht. Mittendrin: die drei mächtigsten Familien des Dorfes – die Schwerdtfegers, die ihr Vermögen mit Sondermüllentsorgung gemacht haben; die Hegers, denen eine nahe Arzneimittelfabrik gehört; und die Witts, die ein Naturschutzprojekt vorantreiben wollen. Doch wer ist für die Todesfälle verantwortlich? Und was hat es mit dem Waldstück nahe des Dorfes auf sich, um das sich scheinbar alles dreht? Sabine Kaufmann und Ralph Angersbach müssen einmal mehr ihre Kräfte bündeln, um das Netz aus Lügen, niederen Absichten und falschen Spuren zu entwirren und die Täter zu stellen.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wie bereits alle bisher erschienen Romane aus dieser Serie überzeugt auch dieses Buch durch eine überzeugende sowie unterhaltsame Schreibe. Über die Autoren: Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie im oberhessischen Vogelsbergkreis. Insbesondere Krimis rund um Frankfurt und Hessen faszinierten den lesebegeisterten Daniel Holbe schon seit geraumer Zeit. So wurde er Andreas-Franz-Fan – und schließlich selbst Autor. Als er einen Krimi bei Droemer-Knaur anbot, war Daniel Holbe überrascht von der Reaktion des Verlags: Ob er sich auch vorstellen könne, ein Projekt von Andreas Franz zu übernehmen? Daraus entstand die "Todesmelodie", die zum Bestseller wurde.
Ben Tomasson, Jahrgang 1969, ist Germanist und Pädagoge und promovierter Diplom-Psychologe. Ehe er sich ganz dem Schreiben gewidmet hat, war er einige Jahre in der Bildungsforschung tätig. Tomassons Leidenschaften sind die Geschichten, die das Leben schreibt, die vielschichtigen Innenwelten der Menschen, Motorradfahren und Reisen zu jenen Orten, an denen Sonne und Meer sich treffen. Tomasson ist verheiratet und lebt in Kiel.

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Freitag, 6. Februar 2026

Ai Weiwei. Updated Edition

Abbildung: Taschen

"Ai Weiwei. Updated Edition", Taschen Verlag,
Hardcover, 25 x 33.4 cm, 4.29 kg, 736 Seiten, 100,- EUR, ISBN 978-3-7544-0427-0     Ai Weiwei ist für mehr als seine Kunst berühmt. Seine Aktionen für freie Meinungsäußerung und gegen autoritäre Willkür wirken weit über die Kunstwelt hinaus. Seine Arbeit ist von sozialem und politischem Engagement geprägt: Wenn er 1001 chinesische Bürger aller Klassen und Provinzen zur Documenta 12 bringt, wenn er 100 Millionen handgefertigte Sonnenblumenkerne aus Porzellan in der Turbinenhalle der Tate Modern ausstreut, wenn er mit einem Fries aus Schulranzen an die Kinder erinnert, die Opfer des Erdbebens in Sichuan wurden, oder weltweit Flüchtlingslager für seinen Film Human Flow besucht, um dem individuellen Schicksal im kollektiven Strom näher zu kommen. Wegen seiner unermüdlichen Kritik wurde Ai 2011 von der chinesischen Polizei 81 Tage lang festgehalten und sein Pass beschlagnahmt, den er trotz internationaler Proteste erst 2015 zurückbekam. Seit Ai sich wieder außerhalb Chinas bewegen kann, erst nach Berlin, dann nach Portugal, ist er zum wahrhaft globalen Künstler geworden, dessen Werk stets von seinem Aktivismus geprägt ist und umgekehrt.

Die umfassende Aktualisierung der Ai-Weiwei-Monografie vom Taschen Verlag legt den Fokus auf die jüngste Dekade von Kunst und Aktivismus eines der engagiertesten Künstler unserer Zeit. Nun-mehr 40 Jahre Kunstschaffen reichen vom New Yorker Exil in den 80er-Jahren über Skulpturen aus der Zeit seiner Rückkehr nach China, die auf traditionellen Handwerkstechniken beruhen, bis zu den jüngsten, in Europa konzipierten Werken: Mosaiken aus Spielzeugsteinen, Filme und Installationen für die Menschenrechte. Das vorliegende Buch ist dabei selbst ein historisches Dokument: Zunächst als die erste ausführliche Monografie zum Künstler konzipiert, als er noch in China festgehalten wurde, ist nun dasselbe Team wieder zusammengekommen, um die Geschichte fortzuschreiben. Zahlreiche Abbildungen aus dem Archiv des Künstlers zeigen den Atelieralltag, die Produktion der Werke, die politischen Aktionen. Sie werden von Ais exklusiv für diese Ausgabe gemachten Statements begleitet und von drei Essays über Werk und Leben: Der freie Kurator Roger M. Buergel und Kunsthistoriker Alfred Weidinger, die beide mit dem Künstler an großen Ausstellungen gearbeitet haben, beschreiben die Entwicklung des Werks und seiner Themen, während ein langjähriger Freund, der Sammler und Unternehmer Uli Sigg, ein persönliches Porträt des Künstlers aus zwei zeitlichen Perspektiven beiträgt.

Foto: Lydia Tress

Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ja, das ist ja einmal wieder ein eindrucksvolles Kunstbuch, mit dem uns der Taschen Verlag nicht zum ersten Mal überrascht. Viele überzeugende Titel hat das weltweit beachtete Verlagshaus bereits unter das kunstliebende Volk gebracht. Nun legt Taschen ein enorm schweres, großformatiges Werk vor, ediert von Hans Werner Holzwarth. Mit Texten von Roger M. Buergel, Uli Sigg sowie Alfred Weidinger. Letzterer bekannt durch seine Direktorenschaft im Leipziger Museum für bildende Kunst und seine hervorragende Arbeit als Kurator.

Man erinnert sich noch an die Schlagzeilen 2011, als Ai Weiwei nach seiner chinesischen Isolation in Berlin eintraf. Gefeiert und kritisiert wurde er hier ebenfalls, allerdings befand er sich nun in einem freien demokratischen Land. Ein vielseitiger Künstler, der seit weit über 40 Jahren Kunst schafft – und was für welche. Hier produzierte der Taschen Verlag ein prallvolles Werk, das alle Facetten dieses Ausnahmekünstlers ernsthaft beleuchtet. Seine politischen Aktivitäten werden ebenso dem Interessierten nahegebracht wie seine unbekannten Seiten. Ein Œuvre mit Bildern, Filmen, Skulpturen, Installationen, Aktionen etc. gibt dem Betrachter Einblicke in ein dichtes, tabuloses sowie eindrucksvolles Künstlerleben. Kunst und Politik können seit Beginn seines Schaffens nicht voneinander getrennt werden. Ein ewig Suchender nach der Wahrheit und sich selbst wird hier hervorragend in Szene gesetzt. (ht)


Über den Künstler: Ai Weiwei, geboren 1957 in Peking, ist bekannt für seine klaren künstlerischen Aussagen zu drängenden geopolitischen Fragen unserer Zeit. Von Skulpturen und Installationen über Architektur bis hin zu Dokumentationen und Social Media nutzt er eine Vielzahl von Medien, um die Gesellschaft und ihre Werte auf immer neue künstlerische Weise zu hinterfragen. Er ist Träger des von Amnesty International vergebenen Ambassador of Conscience Awards 2015 und des Václav-Havel-Preises für kreativen Dissens der Human Rights Foundation 2012. Ais abendfüllender Dokumentarfilm Human Flow feierte Premiere im Wettbewerb der 74. Filmfestspiele in Venedig. Derzeit lebt und arbeitet er in Cambridge, Berlin und Montemor-o-Novo, Portugal.

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Böser, böser Wolf, ab 14. Februar im Handel

Abbildung: Tropen

Alexandra Benedict "Böser, böser Wolf", Tropen Verlag,
368 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3-608-50284-8    Die gefeierte Kriminalautorin Katie erwacht in einem abgeschlossenen Dachzimmer – entführt von einem maskierten Mann, der sich »der Wolf« nennt. Seine Forderung: Sie soll moderne Märchen schreiben, in denen Aschenputtel und Rotkäppchen sterben. Was Katie verfasst, setzt der Wolf in die Tat um. Weigert sie sich, wird sie selbst das Opfer seines tödlichen Spiels. Während Katie verzweifelt versucht, Hinweise für die Polizei in ihre Geschichten einzubauen, beginnt Detective Inspector Lyla Rondell mit den Ermittlungen. Auf diesen Fall hat sie seit fünfundzwanzig Jahren gewartet. Damals verschwand ihre beste Freundin spurlos, zurück blieb nur ein angebissener vergifteter Apfel. Die neuen Morde tragen dieselbe Handschrift: Eine junge Frau wird mit einem goldenen Schuh ermordet, ein Geschwisterpaar mit Lebkuchenkrümeln im Wald gefunden. Doch das ist nicht alles: Schon bald erkennt Lyla, dass sie selbst Teil eines viel größeren Plans ist.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein Roman, der schon einiges vom Leser abverlangt. Solche Ideen, wie sie die Autorin hatte, sind vom Prinzip her super, aber die Umsetzung in einer spannenden Schreibe könnte bei so manchem Thrillerfan nicht so gut ankommen. Am Ende werden wohl geteilte Meinungen zu diesem Buch stehen. Aber als literarischer Kriminalroman sollte man ihn zu schätzen wissen, auch wenn beim Lesen eine gewisse Gehirnakrobatik abverlangt wird. Die einen werden die Geschichte feiern und die anderen werden sie ablehnen. Also selbst lesen, um ein eigenes Urteil zu bilden. Über die Autorin: Alexandra Benedict studierte Englisch und Kreatives Schreiben in Cambridge und Sussex. Sie schreibt Drehbücher, Kurzgeschichten und Kriminalromane. Ihr Weihnachtskrimi Mord im Christmas Express (Tropen Verlag 2023) wurde ein Bestseller in Großbritannien und war auch hier ein großer Erfolg.

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Yayoi Kusama wird in Basel, Köln und Amsterdam ausgestellt

Foto: Lydia Tress

"Yayoi Kusama", Verlag Hatje Cantz,
Herausgegeben von: Leontine Coelewij, Stephan Diederich, Mouna Mekouar. 268 Seiten, 48,- EUR, ISBN 978-3-7757-6032-4    Yayoi Kusama ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst und hat durch ihre Auseinandersetzung mit sich wiederholenden Mustern und Strukturen Kultstatus erlangt. Berühmt sind ihre charakteristischen Polka Dots und Spiegelräume, die die Betrachter in scheinbar unendliche Welten eintauchen lassen. Dieses Katalogbuch, das Kusamas Retrospektive in Riehen/Basel, Köln und Amsterdam begleitet, zeigt das breite Spektrum an Medien, mit denen sich die Künstlerin im Laufe der Jahre beschäftigt hat: Malerei, Skulptur, Installation, Zeichnung, Collage, Happening, Live-Performance, Mode und Literatur. Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihrem Studio organisiert und bietet einen umfassenden Überblick über Kusamas mehr als sieben Jahrzehnte andauerndes Schaffen. Neben einigen ihrer ikonischen Werke zeigen Ausstellung und Katalog auch frühe Arbeiten, die noch nie in Europa zu sehen waren, sowie neue Produktionen.

Foto: Lydia Tress

Der gestanzte, bedruckte und auf der Innenseite mit Spiegelfolie versehene amerikanische Schutzumschlag ist auffaltbar und als Poster verwendbar. Eventuell auftretende Wellen und Bläschen auf der Folie sind der Effekt der aktiven Beschaffenheit des Materials, das auf seine Umwelt reagiert.

Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wenn man das Katalogbuch von Yayoi Kusama zur Hand nimmt, hat man bereits den Eindruck, ein Kunstwerk zu berühren. Der aufwendig gestaltete Umschlag überzeugt sofort. Alles in allem wurde das Kunstbuch von drei Direktoren auf den Weg gebracht. Denn diese werden in ihren Häusern das Schaffen der 1929 geborenen Künstlerin den Besuchern näherbringen. Sam Keller (Fondation Beyeler), Yilmaz Dziewior (Museum Ludwig) und Rein Wolfs (Stedelijk Museum) sind die Verantwortlichen. Yayoi Kusama setzte sich Zeit ihres Schaffens über alle Kunstgrenzen hinweg und machte ihr Ding. Ob Gemälde, Skulpturen, Happenings oder Performance – die Japanerin war neben internationalen Kolleginnen und Kollegen stets Wegbereiterin des Minimalismus sowie der Pop Art. (ht) Über die Künstlerin: Yayoi Kusama (*1929, Matsumoto) ist eine der bekanntesten japanischen Künstlerinnen und für ihre raumgreifenden Installationen, Polka Dots und Infinity Mirror Rooms bekannt. Seit über sieben Jahrzehnten arbeitet sie in den Bereichen Malerei, Skulptur, Performance und Literatur. Kusamas Kunst widmet sich Themen wie Wiederholung, Besessenheit und dem Unendlichen. Als Pionierin der zeitgenössischen Kunst hat sie weltweite Anerkennung erlangt und beeinflusst weiterhin Generationen von Künstlern. Kusama lebt und arbeitet in Tokio.

Ausstellungen:

Fondation Beyeler, Riehen/Basel 12.10.2025 - 25.01.2026
Museum Ludwig, Köln 14.03. - 02.08.2026
Stedelijk Museum, Amsterdam 11.09.2026 - 17.01.2027

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Der Surrealismus

Foto: Lydia Tress

Andreas Puff-Trojan "Der Surrealismus - Kunst, Literatur, Leben.", Verlag C. H. Beck,
128 Seiten, 12,- EUR, ISBN 978-3-406-82276-6    Der Surrealismus zählt zu den wichtigsten und innovativsten Kunstrichtungen der Moderne. Obwohl heute vor allem mit bildenden Künstlern wie René Magritte, Salvador Dalí oder Max Ernst assoziiert, wirkte der Surrealismus genauso auch in der Literatur richtungsweisend. Im Zentrum steht eine radikale Sprache, die das Unbewusste und die freie Assoziation ins Spiel bringt, sich gegen herkömmliche Logik und Bourgeoisie auflehnt, die freie Liebe sowie die Magie des Alltags propagiert und die Phantasie beflügelt. Andreas Puff-Trojan bildet im vorliegenden Band souverän das ganze Spektrum ab – von Wort und Bild bis hin zu Film oder Fotografie.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Wohl eine der Kunstrichtungen der Moderne, die eine Umkehrung des Begriffs Kunst für Folggenerationen revolutionierte. Der Surrealismus, sei es in der bildenden Kunst, aber auch in der Literatur, im Film und in der Fotografie, half Kreativen, neue Wege zu beschreiten. Aus Dada erwuchsen Fluxus, Pop Art bis hin zur Performance viele unterschiedliche Ausdrucksformen. Dieses kleine Büchlein beschreibt die Geschichte einer Kunstrichtung in leicht verständlicher Form. Es sollte daher in keiner kunsthistorischen Handbibliothek fehlen. (ht) Über den Autoren: Andreas Puff-Trojan wurde in Wien geboren, wo er ein Studium der Germanistik, Philosophie und Logistik absolvierte. Darauf folgten Universitätslektorate in Budapest und Paris. Er war Lehrbeauftragter und Dozent u. a. an der Universität Osnabrück und ist nun Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er jetzt lebt. Im Studienjahr 2010/11 war er Gastprofessor an der Kunstuniversität Linz / Abteilung Staging Knowledge. Er ist für das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel tätig, arbeitet als Kulturjournalist für die Tageszeitungen Münchner Merkur, Der Standard, Die Presse, Die Welt, Die Zeit und macht im Bayerischen Rundfunk wie für den SWR und ORF Rezensionen, Sendungen und ganze Reihen. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze in deutscher und französischer Sprache zu Literatur, Kunst und Philosophie.

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Stürmische Klippe

Abbildung: Lübbe

Sabine Weiß "Stürmische Klippe", Lübbe Verlag,
384 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-404-19642-5    Sylt im Herbst. In Rantum wird ein Anschlag auf eine ehemalige Ministerin verübt, die zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft zu ihrer Geburtstagsfeier geladen hat. Die Ministerin überlebt. Doch die Angelegenheit ist brisant, und die politischen Beratungen am Rande der Feier dürfen nicht gestört werden. Hilke Hasselbrecht, Chefin der Mordkommission, ist mit dem Opfer befreundet und ohnehin vor Ort. Die Nachforschungen kann sie allerdings unmöglich allein bewerkstelligen. So bittet sie Kriminaloberkommissarin Liv Lammers, sie zu unterstützen. Während ein heftiger Sturm aufzieht, mischen sich die Ermittlerinnen unter Politiker, Security und Personal. Bald ist klar, dass nur jemand aus dem inneren Kreis den Anschlag verübt haben kann. Wird er oder sie erneut versuchen, die Ministerin zu töten?
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Der Autorin bereits 10. Fall kommt genauso authentisch herüber wie seine Vorgängerromane. Es bleibt spannend und unterhaltsam, auch durch einfließende politische Aktualitäten. Über die Autorin: Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. Seit 2007 veröffentlicht sie erfolgreich Historische Romane, seit 2016 zusätzlich Krimis um Kommissarin Liv Lammers und ihr Team. Mit deren Fall "Düsteres Watt" gelang ihr 2022 der lang verdiente Sprung auf die Bestsellerliste. Wenn Sabine Weiß nicht auf Recherchereise für ihre Bücher ist, lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn bei Hamburg.

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Donnerstag, 5. Februar 2026

Frieden im Kopf

Köllefornia Herausgeber Horst Tress mit
dem Buch "Frieden im Kopf".
(Foto: Lydia Tress)

Rolf Glasmeier "Frieden im Kopf", Snoeck Verlag,
Katalog Kunstmuseum Gelsenkirchen, Hrsg. von Julia Höner, Texte (deutsch/englisch) von Michael Glasmeier, Julia Höner, Barbara Martin, Vanessa Joan Müller, 176 Seiten, 39,80 EUR, mit 150 farbigen und 80 s/w Abbildungen, Format 30,5 x 22 cm, Hardcover.     Rolf Glasmeier (1945–2003) war Künstler, Grafiker und Ausstellungsmacher, der seit den 1960er Jahren die Kunstszene des Ruhrgebiets prägte. Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung Ulm, entwickelte er einen international beachteten Stil zwischen geometrischer Abstraktion, seriellen Strukturen und Teilhabe: Seine interaktiven Plastiken laden zum Berühren und Verändern ein. In den 1970er Jahren wandte er sich neuen Materialien und Themen wie Massenkonsum und Recycling zu. Sein gesamtes Werk ist geprägt von humanistischem Denken und der Überzeugung, dass Kunst ein Raum sein kann, in dem Gesellschaft sich selbst befragt und verändert. Anlässlich seiner Retrospektive im Kunstmuseum Gelsenkirchen wird das multimediale Schaffen von Rolf Glasmeier – von Skulptur, Fotografie und Grafik bis hin zu Aktionen im öffentlichen Raum – in dieser reich bebilderten Publikation mit vielen historischen Fotos in seiner gesamten Entwicklung gewürdigt und in vertiefenden Essays umfassend beleuchtet.

Abbildung: Snoeck

Köllefornia informiert:    Über das Buch: Ein Kunstbuch, das den perfekten Einblick in die Kunstszene der 1970er Jahre ermöglicht. Rolf Glasmeier war einer von zahlreichen deutschen Künstlern, die neue Kunstwege einschlugen. Sie machten aufmerksam auf alltägliche Situationen und Dinge, die bis dato in der Kunst kaum Beachtung fanden. Es war die Avantgarde, die Fluxuskünstler, Popartisten und Pioniere der Videokunst, die frischen Wind in alle Kunsttempel geblasen haben. Eine Zeit, in der sich die ganze Gesellschaft in einem Umbruch befand und die jungen Menschen sich dem Mief der Nachkriegszeit abwandten. Neben Rolf Glasmeier gehörten Ferdinand Kriwet, Wolf Vostell, Joseph Beuys, Günther Uecker und Timm Ulrichs dazu. Ein wunderbares Katalogbuch, um diese Zeiten erneut Revue passieren zu lassen. (ht) Übrigens läuft noch bis zum 8. März 2026 die Ausstellung "Frieden im Kopf" im Kunstmuseum Gelsenkirchen.

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Freitag, 30. Januar 2026

Vorfreude, bald erscheinen zwei neue Jazz CDs

Foto: Lydia Tress (Texte: Horst Tress)

Flosse "Lotterleben", VÖ: 13.03.2026, Label: Dynamite Platten, LC 86296    Das bereits zweite Album vom Quartett Flosse überzeugt mit einer interessanten Mischung aus Modern Jazz, Indie und Avantgarde. Experimentierfreudig, nicht so ernsthaft, kommen die Musiker daher und beglücken mit ihren Klängen vollends unsere verwöhnten Jazzohren. Wir wären gerne dabei gewesen, als sie die Namen für ihre Stücke ausgesucht hatten. Darunter Titel wie Vitamin B12, Hundelunge, Eisbärenparade und Hallenjojo. Diese CD macht insofern Mut, dass es wirklich noch junge kreative Musiker gibt, die die Geschichte des Jazz weiterspinnen. Gratulation!
Köllefornia's Internettipp: https://www.flosse-band.com/

Philipp Wisser "5th Dimension", VÖ: 13.03.2026, Label: JazzSick Records    Hinter dem Namen 5th Dimension verbirgt sich der Komponist und Gitarrist Philipp Wisser aus Düsseldorf. Gemeinsam mit seinen Kollegen hob er diesen Silberling aus der Taufe. Eine CD mit Improvisationen, poetischen Akkorden sowie modernen Elementen. Sie spielen klar, teils strukturiert und risikogeladen, ihre Art von Jazz. Eine Scheibe, die Freude macht, sich anzuhören. Jeder Titel steht für sich und hält neue Überraschungen bereit. Melodien weitab vom Mainstream. Bravo!
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Das Camp

Abbildung: Piper

Linus Geschke "Das Camp", Piper Verlag,
416 Seiten, 17,- EUR, ISBN 978-3-492-06862-8    Camp Donkerbloem war ein grausamer Ort mit einer grausamen Vergangenheit. Doch nun hat der tief in den Ardennen liegende Campingplatz in Wout Meertens einen neuen Besitzer und mit dem ehemaligen Boxer Tayfun einen neuen Verwalter gefunden. Während hier ein friedlicheres Kapitel zu beginnen scheint, treibt hunderte Kilometer entfernt ein verstörender Killer sein Unwesen. Als auch die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke in dessen Visier gerät, fällt ihr nur ein Ort ein, an dem sie niemand vermuten würde: Donkerbloem. Obwohl Wout, der mit der Polizei nichts zu tun haben will, vor Wut tobt, steht Tayfun Frieda zur Seite. Nicht ahnend, dass mit ihr das Böse in das Camp zurückkehrt.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Der zweite Band dieser Trilogie ist genauso spannend zu lesen, wie der erste. Dann wird das dritte und letzte Buch dieser Reihe den Lesern wohl die Schuhe ausziehen, denn es klirrt nur so von Spannung in einer düsteren Atmosphäre. Blendend erzählt und total mitfiebernd geschrieben übertrifft sich der Autor selbst. Über den Autoren: Linus Geschke lebt in Köln und hat für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen wie SPIEGEL Online oder die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, gearbeitet. Für seine Reisereportagen wurde er mit mehreren Journalistenpreisen ausgezeichnet. Mit seinem Thrillerdebüt gelangte Geschke aus dem Stand auf die Bestsellerliste, seine Jan-Römer-Serie wurde aufwendig verfilmt. Seine Thriller „Das Loft“, „Der Trailer“ und zuletzt „Das Camp“ standen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

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Donnerstag, 29. Januar 2026

Aus dem Schneider

Foto: Lydia Tress

Stefan Heuer & Boris Kerenski "(Aus dem) Schneider", Moloko Verlag,
15,- EUR, ISBN 978-3-948750-33-6    Obwohl dieses Büchlein bereits 2023 erschienen ist, sollte man es keinem Kunstkenner und Kunstbuchsammler vorenthalten. Alle, die Collagen mögen, werden von diesem Gemeinschaftswerk, der beiden 1971 geborenen Künstler, begeistert sein.

Durch die Schere gesehen.
Foto: Horst Tress

Vorgefundene Schnipsel, auf der Straße entdeckte Papierfetzen, Zeitungsausschnitte, akkurat oder gerissen, in einer eigenwilligen Form gebracht und zu einem neuen Bildevent zusammengefasst – das sind Collagen. Vom Unterbewusstsein gelenkt, durch Zufall oder gewollt entstanden: Diese Bilder laden gerade dazu ein, in aller Ruhe gelesen zu werden, um verstanden zu werden. Ein Fundus geistreicher Bildsprache, die wohl jeder Betrachter für sich ausmachen sollte. (ht)

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https://www.molokoplusrecords.de/index.html

Dienstag, 27. Januar 2026

John Sinclair im Bastei Lübbe Verlag


Das Köllefornia-Team war in die Volksbühne am Rudolfplatz, dem ehemaligen Millowitsch Theater, eingeladen. Dort wurde das Live-Hörspiel "Horror-Disco" aufgeführt.
Wir kannten zwar den Namen Sinclair, hatten uns aber nie so wirklich weiter damit beschäftigt. Bis diese Einladung ins Redaktionsbüro flatterte, da wurden wir neugierig. Wir nahmen die Möglichkeit wahr und machten uns auf den Weg ins Theater.

Sympathische und angenehme Sitznachbarn entpuppten sich nicht nur als Fans, sondern, wie ein Mann uns erklärte, ist seine Begleiterin auch eine Mitautorin von Sinclair-Romanen. Da hatten wir ganz zufällig jemanden neben uns sitzen, von dem wir aus erster Hand etwas mehr über die Kultfigur John Sinclair erfuhren.

Und, wir wurden nicht enttäuscht. Ein proppenvoller Saal mit 400 Besuchern empfing die Akteure mit großem Applaus. Es waren Dietmar Wunder, Katy Karrenbauer, Martin May und Gregor Höppner. Hier ein paar Informationen zu den Stimmen des Abends: Dietmar Wunder ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Hörspielsprecher und Synchronregisseur. Katy Nina Karrenbauer, bekannt als Schauspielerin, Synchronsprecherin, Sängerin und Autorin. Martin May, Schauspieler, Drehbuchautor, Synchronregisseur, Synchronsprecher sowie Sprecher von Hörspielen. Gregor Höppner ist Schauspieler, Autor sowie Sprecher für Film, Funk und Werbung.

Es wurde ein vergnügliches Hörspiel, da auch an einigen Stellen herzhaft gelacht werden konnte. Die vier Schauspieler erweckten einen Kultklassiker von Jason Dark zu neuem Leben. Die Geschichte handelte von einer Autofahrt in den schottischen Highlands, wo sie wie von Geisterhand plötzlich das Auto nicht mehr unter Kontrolle hatten und auf einem Friedhof strandeten. Das war bestes Gruselkino für unsere Ohren.

Eines müssen sich alle alten und jungen Fans dieser fantastischen Geschichten von uns sagen lassen: Ihr habt einen guten Geschmack, was Geistergeschichten betrifft, und danke Euch, dass wir jetzt auch von der Qualität überzeugt wurden.

Wer mehr über John Sinclair erfahren möchte, kann sich die wöchentlich erscheinenden Romane kaufen oder sich die Hörbücher zu Gemüte führen. Mehr dazu gibt es auf der Homepage vom Bastei Lübbe Verlag, einfach mal reinklicken: https://bastei-luebbe.de/


Köllefornia informiert:
    Über den Autoren: Geboren wurde Jason Dark unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945, noch in den letzten Kriegstagen. Sein Geburtsort ist Dahle, eine kleine Stadt im Sauerland. Zwei Wochen später zog es Mutter und Kind jedoch wieder in die Heimatstadt Dortmund. Dort wuchs er auf und ging zur Schule. Zuerst zur Volks-, danach zur Realschule, die er mit dem Zeugnis der Mittleren Reife abschloss. Eigentlich hatte er Reporter werden wollen, aber seine Eltern waren dagegen, und so lernte er Chemotechnikers. Nebenbei begann er zu schreiben. Kleine Geschichten, nie einen Roman. Das änderte sich, als er 1966 zur Bundeswehr eingezogen wurde. Dort schrieb er seinen ersten Roman, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Er wurde sogar angekauft, und so war sein Berufstraum auf Umwegen doch noch in Erfüllung gegangen. Anfang 1973 gab er seinen Beruf als Chemotechniker auf und trat als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein. Er schrieb weiterhin Romane - für die Krimiserien Cliff Corner, John Cameron, Jerry Cotton, Kommissar X und Franko Solo, aber auch für Western-Reihen, u.a. für Lassiter. Als der Bastei-Verlag eine neue Reihe auf dem boomenden Gebiet des Horrorromans plante, wurden Autoren gesucht, die die ersten Romane schreiben. Helmut Rellergerd schrieb Band 1 der neuen Reihe Gespenster-Krimi, und das war der erste John Sinclair-Roman. In diesem Moment begann sich das Erfolgskarussell zu drehen und der Autor schrieb im Laufe der Jahre 50 Romane über seinen Helden John Sinclair. Im Jahr 1978 startete konsequenterweise die eigenständige Serie "Geisterjäger John Sinclair" und Jason Dark, wie sich der Autor von nun an nannte, musste fortan jeden Monat vier Heftromane und ein Taschenbuch schreiben. Schnell schuf er einen Vorlauf von 20-30 Romanen, alle geschrieben auf einer alten mechanischen Olympia-Schreibmaschine. Elektrische Schreibmaschinen oder gar Computer sind ihm bis heute suspekt. Der Erfolg seiner Sinclair- Serie war nicht nur daran zu erkennen, dass sie zu einer der meistverkauften Roman-Serien in Deutschland wurde, sondern auch an den vielen Leserbriefen, von denen in seinem Büro in Ordnern weit mehr als 100.000 in den Regalen stehen. Sein Kontakt zu den Lesern war immer sehr nah. Bei Autogrammstunden schrieb er sich manchmal die Finger wund, und die Begegnungen mit seinen Fans auf der Frankfurter Buchmesse oder bei Romanheft-Börsen sind für viele Leser unvergessliche Höhepunkte gewesen. In den achtziger Jahren schrieb er dann unter dem Pseudonym Red Geller für Pelikan 20 Romane einer Jugend-Serie mit Namen "Das Schlosstrio". Im Jubiläumsjahr 1997, in dem der 1.000ste Heftroman seiner Sinclair- Serie erschien, lief auch die erste Verfilmung im Fernsehen "Die Dämonenhochzeit". aufgrund der guten Einschaltquoten hat RTL noch eine Serie daran angeknüpft. Über die Jahre hinweg erschienen die John Sinclair-Romane in bis zu fünf Auflagen, begleitet von Taschenbüchern und Sammelbänden. In den 1980er Jahren erschienen bei Tonstudio Braun mit 107 Folgen die ersten Hörspiele zu John Sinclair, die es sogar zum Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde geschafft haben. Es folgten Comics, Brettspiele und ein Computerspiel. Im Jahr 2000 erschien mit großem Erfolg eine neue Hörspielserie, die weitere Rekorde brach und als erstes Hörspiel überhaupt in die Pop-Musik-Charts einzog. Die Serie wurde inzwischen mit Gold- und Platin-Auszeichnungen geehrt. Das beliebte Vollplayback Theater Wuppertal widmete John Sinclair schließlich eine ganze Tournee, die deutschlandweit ausverkauft gespielt wurde. Am 08.11.2016 schließlich erschien das 2.000 Romanheft "Das Höllenkreuz", und Jason Dark wurde begeistert von hunderten Fans auf der ersten John Sinclair-Convention gefeiert. Mit weit über 2.000 Romanen und einer Gesamtauflage von über 250 Millionen Exemplaren ist Jason Dark der meistgelesene deutschsprachige Autor. Und die Schaffenskraft von Jason Dark ist auch heute noch ungebrochen. Die Schubladen seines Schreibtischs sind voller Ideen, mit denen er seine Leser irgendwann überraschen wird.

(Alle Fotos: Lydia Tress, Texte: Horst Tress, Bastei Lübbe (Biografie Jason Dark)

Samstag, 17. Januar 2026

Wer am Ende übrig bleibt

Abbildung: Knaur

Mark Flemming "Wer am Ende übrig bleibt", Knaur Verlag,
480 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-426-56258-1    Ein Segeltörn auf der Ostsee wird zum Albtraum und reißt eine Gruppe alter Studienfreunde in den tückischen Strudel der Vergangenheit. Nach Jahren trifft Anne, eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, ihre ehemaligen Mitbewohner Sven, Merle und Paulina wieder. Um dem damaligen Fünften im Bunde, dem kürzlich verstorbenen Ruben, die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einer gemeinsamen Reise durch die Ostsee auf. Anne hütet ein dunkles Geheimnis und droht darüber beinahe den Verstand zu verlieren: Sie ist verantwortlich für Rubens Tod und will ihre Schuld ein für alle Mal loswerden. Doch auch unter den anderen herrscht Anspannung: Lange verdrängte Gefühle kommen wieder hoch, Rivalitäten, Eifersüchteleien und Streit kratzen am fragilen Zusammenhalt der Gruppe. Eine Flaute, zur Neige gehende Treibstoffvorräte und eine Beinahekollision mit einem Tanker lassen die Stimmung an Bord vollends kippen. Ohne die Möglichkeit zu entkommen, sind die Segelnden einander gnadenlos ausgeliefert. Wer kann wem noch trauen? Schon bald ist klar: Nicht alle werden von dem Segeltörn lebend zurückkehren. Und auch für die Überlebenden ist der Albtraum noch lange nicht vorbei.
Köllefornia informiert:    Über das Buch: Nervenaufregende Story die richtig unter die Haut geht. Über den Autoren: Mark Flemming, geboren und aufgewachsen in Norddeutschland, hat Psychologie und Drehbuch studiert. Der SPIEGEL-Bestsellerautor hat bereits Kriminalromane unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht. Seine Faszination für Menschen, ihre Geschichten und ihre seelischen Abgründe hat ihn dazu geführt, tiefer ins psychologische Spannungsgenre einzutauchen. Die Liebe zum Meer spiegelt sich in seinem Leben ebenso wie in seinen Büchern. Flemming ist verheiratet und lebt an der Ostseeküste.

Köllefornia's Internettipp:
https://www.droemer-knaur.de/