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Freitag, 17. Mai 2013

Stefan Gwildis & NDR Bigband

Abbildung: 105 music gmbh

Gemeinsam mit der NDR Bigband unter der Leitung ihres renommierten Chefdirigenten Jörg Achim Keller hat Stefan Gwildis ein selbstredend deutschsprachiges Jazzalbum aufgenommen - und ist nun von einer ganz neuen künstlerischen Seite zu entdecken. "Das mit dem Glücklichsein" ist nicht nur eine große Liebeserklärung an die unsterblichen Songs des "Great American Songbook", sondern auch eine kleine Rückschau auf die eigene Musikerkarriere aus dem Blickwinkel des Jazz.

Ein Album, das viele Rezeptionsmöglichkeiten bietet, ein reiches Werk, das Jazznostalgiker ebenso zu verführen vermag wie Liebhaber von Songs, in denen sich Lebensgefühl, Lebenserfahrung und Lebensphilosophie im zeitlosen Jazztableau widerspiegeln.

Es gehört zu Gwildis' Meriten, dass er mit enzyklopädischer Verve Soulmusik für die deutsche Zunge hoffähig gemacht hat, und "Das mit dem Glücklichsein" ist für ihn keineswegs ein künstlerischer Spagat, sondern vielmehr der folgerichtige Schritt eines enorm wandlungsfähigen und abenteuerlustigen Künstlers. Dass er auch auf der Bühne als Jazzentertainer eine gute Figur machen wird, daran besteht kein Zweifel.

Purer Zufall im Sprengel Museum Hannover

Abbildung: Sprengel Museum

Welche Rolle spielt der Zufall in der Kunst? Wo fängt Zufall an und wo hört er auf? Wann lenkt der Künstler ihn in eine bestimmte Richtung und wann nutzt er ihn als willkommenen Gehilfen, der für ihn Entscheidungen trifft, der konstruiert, zerstört und transformiert?

Die Einbeziehung des Zufallsprinzips in den künstlerischen Prozess ist ein wiederkehrendes Konzept der Kunst des 20. Jahrhunderts bis heute, das das Unvorhersehbare, Unplanbare und Unwillkürliche, das jenseits der Hand des Künstlers anzusiedeln ist, als Gestalt bildendes Moment heranzieht. Voraussetzung für Zufallsverfahren ist in jedem Fall eine spielerisch-experimentierende Herangehensweise des Künstlers. Nachdem er die Regeln festgelegt hat, innerhalb derer der Zufall sich ereignen kann, gibt er in einer bestimmten Phase des künstlerischen Prozesses die Kontrolle über dessen Fortgang bewusst ab. Erst dieses Ausschalten der absichtsvollen, subjektiven Entscheidung des Künstlers ermöglicht ein Vordringen in gänzlich unbekannte, ästhetische Welten. Das unwiederholbare Ergebnis des Zufalls ist auch für den Künstler, der selbst zum Betrachter des Geschehens wird, eine Überraschung.

Die Ausstellung präsentiert mit Werken der Malerei, Skulptur und Grafik vielfältige Strategien der Zufallsverwendung von Künstlern, die in besonderem Maße mit dem Zufall operieren, wie zum Beispiel Marcel Duchamp, Hans Arp, Max Ernst, Jackson Pollock, Niki de Saint Phalle, Daniel Spoerri, Dieter Roth, John Cage und Gerhard Richter. Zu sehen bis zum 15. September 2013.
 

Samstag, 11. Mai 2013

Raubgräber - Grabräuber

Abbildung: Nünnerich-Asmus Verlag

Peter-René Becker und Christina Wawrzinek (Hrsg.) "Raubgräber - Grabräuber", Nünnerich-Asmus Verlag, 192 Seiten, 24,90 EUR, ISBN 978-3-943904-19-2    Sicher ist die Erkenntnis, dass jeder Eingriff in den Boden unwiederbringlich den Zusammenhang archäologischer Funde zerstört. Gewiss ist aber auch, dass die Intentionen früher Schatzsucher und moderner Raubgräber nicht dem Erhalt historischen Erbes dienten und damit die historisch-archäologische Forschung immer wieder vor erhebliche Probleme stellt. 
In Deutschland und anderen Ländern gibt es kaum noch einen Landstrich, der nicht von modernen Raubgräbern mit Sonden abgesucht wurde. Der Ertrag ist gering. Der Schaden aufgrund für immer verlorener Informationen zum Fund selbst, dessen Kontext und damit geschichtlichen Zusammenhangs ist ungleich höher.
Doch ist hier nicht Anklage, sondern Aufklärung notwendig. Der Begleitband zur Sonderausstellung „Raubgräber – Grabräuber“ erklärt die Bedeutung des Fundzusammenhangs in der archäologischen Forschung und zeigt Beispiele für die Möglichkeiten seiner Interpretation in der modernen Wissenschaft auf. Gleichzeitig befasst er sich mit spektakulären Raubgrabungen und dem Versuch der Wissenschaft mit diesem Problem umzugehen. In diesem Zusammenhang erweist sich die frühzeitige Einbindung von Nichtfachleuten vor Ort als mögliche Lösung. Dies belegt beispielsweise die an vielen Stellen bereits seit Jahren praktizierte gute Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege und Ehrenamtlichen.
Das Museum und die Ausstellung: Im Jahr 1836 gegründet, ist das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg eines der ältesten Museen Norddeutschlands. Seine prämierten, künstlerisch gestalteten Dauerausstellungen präsentieren die nordwestdeutsche Kultur- und Naturgeschichte interdisziplinär. Sonderausstellungen zu überregionalen Themen machen das Museum zu einem abwechslungsreichen Erlebnisort. Die Ausstellung „Raubgräber - Grabräuber“ wird vom 11. Mai bis 8. September 2013 gezeigt.

Freitag, 10. Mai 2013

Revenge - Eiskalte Täuschung

Abbildung: Droemer

Preston & Child "Revenge - Eiskalte Täuschung", Droemer Knaur, 480 Seiten, 9,99 EUR, ISBN: 978-3-426-50808-4    Der Schock trifft Pendergast ohne jede Vorbereitung: Seine Frau Helen, deren mysteriösen Tod er aufzuklären versucht, lebt. Aber wer liegt dann in ihrem Grab, und warum will ihr Bruder ihn ausschalten? Pendergast ermittelt unter Hochdruck. Dabei kommt er einer skrupellosen Gruppe auf die Spur, die ihre dunklen Machenschaften seit langer Zeit erfolgreich verbirgt. Um Pendergast in die Knie zu zwingen, ist ihr jedes Mittel recht – und zum ersten Mal droht der sonst stets kühl kalkulierende Ermittler, die Kontrolle zu verlieren. In der direkten Fortsetzung von "Fever" muss Special Agent Aloysius Pendergast seinen bisher schwersten und persönlichsten Fall bestehen. Hochspannung vom Feinsten.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Das Ende der Welt

Abbildung: Droemer Knaur

Sara Gran "Das Ende der Welt", Droemer Knaur, 368 Seiten, 14,99 EUR, ISBN: 978-3-426-22637-7    San Francisco. Claire DeWitts Ex-Freund Paul wurde in seiner Wohnung erschossen, seine wertvollen Gitarren gestohlen. Alles deutet auf einen Raubmord. Seltsamerweise verkraftet Pauls Ehefrau Lydia den Tod ihres Mannes besser als Claire. Zu viele Freunde hat die brillante Ermittlerin schon an den Tod verloren. Sie muss herausfinden, was wirklich geschah. Claires stetig steigender Drogenkonsum ist ihr Betäubung und geniale Ermittlungshilfe zugleich. Doch längst hat sie die Grenze überschritten, die sie vor einem tödlichen Absturz bewahrt. Köllefornia informiert: Bevor Sara Gran, geboren 1971 in Brooklyn, hauptberuflich Schriftstellerin wurde, hat sie in einer Vielzahl von Berufen gearbeitet, die aber allesamt mit Büchern zu tun hatten. Nach ausgedehnten Weltreisen lebt sie nun in Kalifornien.

Freitag, 3. Mai 2013

Neue Kunstbücher aus dem Kerber Verlag


Abbildungen Cover: Kerber

Jürgen Claus „Liebe die Kunst“, Kerber Verlag, 240 Seiten, 24,80 EUR, ISBN 978-3-86678-788-9    Jürgen Claus arbeitet universell, ist Maler, Kritiker, Theoretiker, Lehrender und Medienkünstler und interdisziplinär zeigt sich auch diese Autobiografie. Es ist ein Rückblick auf 40 Jahre Kunstschaffen. Durch seine enge Bindung zu Zeitgenossen wie Peter Weibel, Otto Piene oder Herbert Bayer, die sich in vielen Jahren des Austausches aufgebaut hat, wird das Oeuvre des Künstlers mittels dem für Claus wichtigen Medium Sprache erschlossen. Dabei geht es immer auch um die Positionen des Gegenübers und so erklärt Claus anhand gemeinsamer Erinnerungen, Gespräche und Tagebucheinträgen seine Weise Kunst zu sehen, schaffen und zu lieben. Er selbst nennt es „erlebte Zeitgenossenschaft“.

Daniel Spoerri „Waschbretter, Waschrumpeln, Waschrubbeln, Wash Board“, Kerber Verlag, 80 Seiten, 22,- EUR, ISBN 978-3-86678-838-1    Bekannt geworden ist Daniel Spoerri mit seinen „Fallenbildern“. Zufällig gefundene Gegenstände werden dort, wo sie sich befinden, auf ihrer Unterlage befestigt: Auf diese Weise entstehen Wandbilder von Tischgedecken und Schubladeninhalten. Den Meister der Assemblagen hat seit jeher das Sammeln fasziniert. In seiner neuen, im vorliegenden Buch präsentierten Serie werden alte Waschbretter, „Waschrumpel“, zur Bildfläche für gefundene und gesammelte Objekte. Knochen, Gebein, Zähne, Teile von Puppen und Figuren, Federn wecken auf den ersten Blick Urängste, doch erhalten die Waschrumpel durch die von Spoerri mit einem Augenzwinkern erzählten Geschichten eine zweite, humorvolle Ebene.


Emil Cimiotti „Strukturen“, Kerber Verlag, 248 Seiten, 48,- EUR, ISBN 978-3-86678-821-3     Emil Cimiotti gilt als einer der Vorreiter und Hauptvertreter der deutschen informellen Skulptur. In beinahe sechzig Jahren hat Cimiotti ein reiches Œuvre in einer unverwechselbaren Bildsprache geschaffen, die in einzelnen Werkphasen in unterschiedlichen Ausformungen Gestalt fand: von landschaftlich bis figürlich, von roh bis detailreich, von gegenständlich bis ungegenständlich. Die Monografie „Strukturen“ präsentiert die Plastiken und Zeichnungen in einem retrospektiven Überblick bis zu den neuesten Arbeiten Cimiottis, die des Künstlers außerordentliche und ungebrochene Spannkraft zum Ausdruck bringen.


„Vom Eigensinn der Dinge“, Kerber Verlag, 88 Seiten, 22,50 EUR, ISBN 978-3-86678-848-0    Wir Menschen sind überall von Dingen umgeben. Sie erfüllen Funktionen, sind Arbeitsgerät, Spielzeug, Waffe, Dekoration, Ware, Gabe. Viele von ihnen entziehen sich jedoch auch dem menschlichen Einfluss: Dann kontrollieren nicht wir die Dinge, sondern sie uns; dann wirken unkontrollierbare Eigendynamik und formative Energien.
Die Werke der Künstler/-innen in „Vom Eigensinn der Dinge“ befördern ein Verständnis von den Dingen, das über ihre Funktion als menschliche Prothesen, als Archiv kultureller Praktiken oder als bloße Materialisierung von Ideen hinausgeht. Die hier versammelte Kunst regt dazu an, die Rolle von Kleiderständern, Fahrzeugen, Wandfliesen und Co. als Komplizen des Menschen neu zu sehen.

Donnerstag, 25. April 2013

Øystein Wiik "Leiche in Acryl"

Abbildung: dtv

Øystein Wiik "Leiche in Acryl", dtv, 320 Seiten, 9,95 EUR, ISBN 978-3-423-21438-4    Ein höchst verlockendes Jobangebot führt Opernjournalist Tom Hartmann ins Milieu der Superreichen am südfranzösischen Cap Ferrat. Dabei gerät er nicht nur in dubiose Kunstgeschäfte, sondern auch in einen Strudel aus Schuld, Erpressung und Rache. Derweil ermittelt seine Exfrau Cathrine in Oslo in einem bizarren Mordfall. Die verstümmelte Leiche eines gefürchteten Kunstkritikers wurde mit Acryl übergossen und zur Ausstellungseröffnung in eine Galerie geliefert. Köllefornia informiert: Øystein Wiik, 1956 geboren, ist ausgebildeter Operntenor, Schauspieler und Komponist. Neben seiner Autorentätigkeit schreibt er Libretti für Musicals. Derzeit arbeitet er am dritten Teil seiner Krimiserie um Tom Hartmann. Seine Lesungen sind auch musikalisch ein Genuss.