Montag, 12. März 2018

Caligulas Schwager

Abbildung: Nünnerich-Asmus

Stephan Berry „Caligulas Schwager“, Nünnerich-Asmus Verlag, 256 Seiten, 24,90 EUR, ISBN 978-3-961760-02-2     Obwohl Marcus Vinicius nicht zu den Großen der Geschichte zählte, spiegelt seine Biografie dennoch eine der spannendsten Epochen der römischen Antike, die iulisch-claudische Kaiserzeit von Augustus bis Nero wider. Als Senator und Höfling erlebte er viele politische Krisen der Epoche aus nächster Nähe mit. Bestens vernetzt und mit den Großen seiner Zeit an einem Tisch sitzend, pflegte er einen riskanten Lebenswandel und schaffte es trotzdem immer wieder, sich selbst nicht in tödliche Affären verstricken zu lassen. Auch nicht als die eigene Ehefrau, ihres Zeichens Schwester des Caligula, an einem Komplott gegen ihren Bruder teilnahm. Marcus Vinicius überstand auch diese Episode schadlos und wäre am Ende sogar beinahe selbst Kaiser geworden. Das war ihm zwar nicht vergönnt, aber Marcus Vinicius hat dafür etwas anderes geschafft: Er hat dank seiner Talente dieses und andere politische Abenteuer unbeschadet überstanden. Und das kann man wahrlich nicht von jedem sagen, der in den mörderischen Intrigen zwischen Palast und Senat sein Glück versucht hat.
Köllefornia informiert:    Zum Buch: Kein Kriminalroman könnte spannender sein wie dieses Buch. Hier trifft auf hochinteressanter weise Zeitgeschichte und ein Familiendrama aufeinander. Ein einmal etwas anders aufgebautes Sachbuch, das prima in der heutigen Zeit passt. Hoher Informationsgrad und packende Erzählkunst. Zum Autoren: Der promovierte Chemiker Stephan Berry lebt und arbeitet als freier Wissenschaftsautor in Berlin. Er publizierte Sachbücher, die sich auf unterhaltsame Weise mit Themen aus Naturwissenschaft, Geschichte und Archäologie auseinander setzen. 2015 erschien im Nünnerich-Asmus Verlag sein Titel „Wahre Römer“, in dem die Frage behandelt wird, wie das Vielvölkerreich Imperium Romanum e igentlich funktionierte.