Mittwoch, 25. Oktober 2017

Krimiempfehlung

Abbildung: smp

Doro May "Salomes Tanz", swb media publishing, 300 Seiten, 12,80, ISBN 978-3946-68628-6    Lukas, Mariannes Enkel, provoziert mit seinem alten Auto Unfälle, um durch Schmerzensgeld sein Budget aufzubessern. Eines Tages unterschätzt er das Risiko und verunglückt schwer. Während seiner Genesung erfüllt ihm Marianne seinen Herzenswunsch: Sie erzählt ihm ihre Geschichte: Als jüdischer Säugling in fremde Hände gegeben, überlebt sie den Holocaust, gelangt nach dem Krieg im Zuge der Familienzusammenführung zu ihrer Großmutter. Als Fünfjährige wird sie 1947 Zeugin, wie am Küchentisch in der altehrwürdigen Villa, in der sie mit ihrer Großmutter lebt, ein Racheakt von Menschen ausgetüftelt wird, die Verfolgung, Zwangssterilisation und das Euthanasieprogramm überlebt haben. Ihr Ziel: Rudolf Meinberg. Bei ihm, dem damaligen Schreibtischtäter, wollen sie Gleiches mit Gleichem vergelten. Als erwachsene Frau entdeckt Marianne nicht nur die Wahrheit über ihre Herkunft. Sie stößt auch auf die menschliche Seite des Schreibtischtäters, der im Krieg seine Obsession mit der jüdischen Tänzerin Paula ausgelebt hat.
Köllefornia informiert:     Zum Buch: Eine hinreißende Geschichte in der neben den üblichen kriminalistischen Spürsinn auch Erotik, Erinnerungen und Rache eine Rolle spielen. Sehr lesenswert. Zur Autorin: Doro May, geboren in Essen, studierte in Aachen und Köln Germanistik, Erziehungswissenschaft und Musik. Sie lebt in Aachen. In ihren Büchern bevorzugt sie gesellschaftlich Themen, um sie durch ihre Geschichten greifbar und begreifbar zu machen.