Freitag, 5. Februar 2016

Dada

Abbildung: Scheidegger & Spiess

"Dadaglobe Reconstructed", Verlag Scheidegger & Spiess, Herausgegeben vom Kunsthaus Zürich. Mit Beiträgen von Adrian Sudhalter, Michel Sanouillet, Cathérine Hug, Samantha Friedman, Lee Ann Daffner und Karl D. Buchberg. 304 Seiten, 277 farbige und 113 sw Abbildungen, 58,- EUR, ISBN 978-3-85881-499-9    "Dadaglobe" war vom Initiator Tristan Tzara (1896–1963) als die Dada-Anthologie schlechthin gedacht. Geldmangel und organisatorische Schwierigkeiten liessen das Vorhaben jedoch scheitern. Wäre "Dadaglobe" 1921 tatsächlich veröffentlicht worden, hätten die mehr als 100 Kunstwerke und zahlreichen Texte von über 30 Künstlern aus sieben Ländern schon damals gezeigt, dass sich die zu Beginn eher nur regional bekannte Dada-Bewegung innert weniger Jahre zu einer weltweiten Kunstströmung entwickelt hatte.
Mit "Dadaglobe Reconstructed" liegt das faszinierende Gesamtkunstwerk aus Bild und Text nun erstmals vor. Es beinhaltet Kunstwerke, die von den zur Mitwirkung eingeladenen Künstlern in den von Tzara aufgestellten Kategorien «Zeichnung», «Fotografie eines Kunstwerks», «Fotografisches Selbstporträt» und «Buchseitenentwurf» eingereicht wurden. Dazu kommen Gedichte und Prosa, die zahlreiche Künstler darüber hinaus an ihn schickten.
Die nun vorliegende, auf jahrelanger umfassender Forschungsarbeit der amerikanischen Kunsthistorikerin Adrian Sudhalter basierende Zusammenführung dieser Werke wird begleitet von fachkundigen Essays, die Tzaras Konzept sowie die Geschichte von Dada und "Dadaglobe" auf dem neuesten Stand der Forschung mit bahnbrechenden Erkenntnissen darstellen.
Köllefornia kommentiert: Ein wahrer Schatz unter den Dada-Veröffentlichungen. Hier erfährt der Interessent viele Dinge die er noch nicht kennt. 1921 von Tristan Tzara geplant, nun zur Feier des 100-jährigen Dada-Jubiläums 2016 rekonstruiert und erstmals veröffentlicht: die mehrsprachige Anthologie der Dada-Bewegung. Übrigens erscheint dieses umfangreiche Werk zu den gleichnamigen Ausstellungen im Kunsthaus Zürich (5. Februar bis 1. Mai 2016) und im Museum of Modern Art, New York (12. Juni bis 18. September 2016).